Sozialversicherungen

Sozialversicherungen

Es lohnt sich, sich frühzeitig über Versicherungen und deren Leistungsdeckung zu informieren. Wir unterstützen Sie gerne dabei.
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  • Obligatorische Krankenversicherung

    Alle schulmedizinisch anerkannten Behandlungen und Therapien der MS (ambulant und stationär) sind im Leistungskatalog der Krankenkassen-Grundversicherung (KVG) enthalten. Dazu gehören auch die immunmodulierenden und immunsuppressiven Medikamente sowie weitere Leistungen wie Physiotherapie, Hippotherapie-K®, Ergotherapie und Beiträge an die pflegerische Betreuung zu Hause.

    Alle Versicherten haben pro Kalenderjahr nebst der Franchise von mind. CHF 300.00 (je nach Versicherungspolice) max. CHF 700.00 Selbstbehalt (10% auf Rechnungsbeträge) als Eigenleistung zu tragen. Für MS-Betroffene empfiehlt sich die KVG-Versicherung mit der niedrigsten Franchise von CHF 300.00 abzuschliessen.

    Bis zum 31. Dezember 2011 drohte bei Nichtbezahlen der Krankenkassen-Prämien eine Leistungssperre. Dieser Grundsatz wurde per 01. Januar 2012 aufgehoben. Das Betreibungsverfahren bei Zahlungsausständen gegenüber der Krankenkasse (Prämien, Franchise, Kostenbeteiligung) bleibt bestehen.

    Der Abschluss von Zusatzversicherungen ist bei chronischen Erkrankungen in der Regel nicht möglich. Ein Wechsel der Grundversicherung steht jeder Person offen.

    Weitere Informationen finden Sie hier:

  • Zusatzversicherungen

    Zusatzversicherungen sind freiwillig und decken Leistungen ab, welche in der obligatorischen Grundversicherung (KVG) nicht enthalten sind, wie etwa

    • freie Spitalwahl ganze Schweiz in der allgemeinen, halbprivaten oder privaten Abteilung
    • alternative Behandlungsmethoden/Komplementärmedizin
    • nichtärztliche Psychotherapie
    • nichtkassenpflichtige Medikamente
    • Hauskrankenpflege und Haushalthilfe
    • Beiträge an Fitness, Brillen, Badekuren usw.

    Zusatzversicherungen unterstehen nicht dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) wie die obligatorische Grundversicherung, sondern dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Dies ermöglicht den Versicherungsgesellschaften, den Leistungskatalog frei zu bestimmen, dafür risikogerechte Prämien zu verlangen, Anträge ohne Begründung abzulehnen oder nur mit Vorbehalt zu akzeptieren. Viele der vorgängig aufgeführten Leistungen werden in «Paketen» angeboten und in der Regel bis zu einem limitierten Maximalbetrag pro Jahr vergütet. Ausführlichere Informationen sind aus der Leistungsübersicht der einzelnen Krankenkassen und den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) ersichtlich. Diese können bei vielen Krankenkassen über deren Website heruntergeladen werden.

    Vorbehalte bei der Zusatzversicherung

    Je nach Anbieter gibt es ab einem gewissen Alter (oft schon ab 50+) und bei bestehenden Krankheiten keine Möglichkeit mehr, neu eine Zusatzversicherung abzuschliessen. Oder wenn, dann allenfalls mit einem zeitlich befristeten oder unbefristeten Vorbehalt. Dies bedeutet, dass für bestehende Krankheiten keine Leistungen für Behandlungen vergütet werden. Die Versicherungen sind berechtigt, vor Vertragsabschluss Fragen über den Gesundheitszustand zu stellen. Diese Fragen müssen wahrheitsgetreu und vollständig beantwortet werden. Falsche Angaben berechtigen die Versicherungen, auch nachträglich einen Vorbehalt anzubringen.

    Bei den meisten Krankenkassen beträgt die Vertragsdauer für Zusatzversicherungen ein Jahr und die Kündigungsfrist drei Monate (aus den AVB ersichtlich). Deshalb muss eine allfällige Kündigung bis zum 30. September bei der Kasse eingetroffen sein. Auf jeden Fall sollte eine Zusatzversicherung erst gekündigt werden, wenn die neue Versicherung eine vorbehaltlose Aufnahme bestätigt hat! Das Recht zu kündigen haben aber auch die Kassen selber. Die meisten verzichten jedoch ausdrücklich darauf (in den AVB zu finden).

    Für MS-Betroffene besonders wichtig

    Eine bestehende Zusatzversicherung sollte nicht gekündigt werden, da ein Wiedereintritt oder ein Wechsel zu einer anderen Versicherung kaum mehr möglich ist. Auch einmal reduzierte Leistungen können nicht wieder aufgestockt werden. Die obligatorische Grundversicherung nach KVG hingegen kann gewechselt werden, da Fragen zur Gesundheit nicht beantwortet werden müssen und Vorbehalte unzulässig sind. Es ist auch möglich, Zusatzversicherung und obligatorische Grundversicherung bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften abzuschliessen.

    Vorsicht vor unseriösen Vermittlern

    Verschiedene Medien warnten in der letzten Zeit vor unseriösen Versicherungsvermittlern. Unter dem Vorwand, neutral und unabhängig bestehende Krankenversicherungen zu prüfen und zu «optimieren», gehe es vielen dabei nur um die Provision. Gewisse Vermittler würden den Kunden verbindliche Versicherungsanträge mit langer Laufzeit zur Unterschrift vorlegen und ihnen vorgaukeln, es seien bloss Absichtserklärungen. Schlecht geschulte Vermittler mit ungenügenden Kenntnissen hätten zudem Leute falsch beraten. Am besten lässt man sich auf solche Gespräche gar nicht ein. Wenn es trotzdem dazu kommt, auf keinen Fall etwas unterschreiben, das man nicht in aller Ruhe gründlich studiert und auch verstanden hat. Im Zweifelsfall lieber noch eine Vertrauensperson oder unsere MS-Infoline 0844 674 636 zu Rate ziehen.

    Grundsätzlich gilt: Eine bestehende Zusatzversicherung auf jeden Fall erst kündigen, wenn von der neuen Versicherung eine schriftliche Aufnahmebestätigung vorliegt.

  • Krankentaggeld-Versicherung / Arbeitslosenversicherung

    Bei Ausfall oder Reduktion des Erwerbseinkommens ist je nach Ursache eine oder mehrere der folgenden Versicherungen zuständig:

    Krankentaggeld-Versicherung

    Als erste Versicherung kommt bei kurz- und mittelfristiger Arbeitsunfähigkeit (bis maximal 2 Jahre) die Krankentaggeld-Versicherung zum Zug. Oft ist der Arbeitgeber kollektiv versichert, die Versicherung ist aber nicht obligatorisch. Die Leistungen gehen in der Regel an den Arbeitgeber. In den meisten Verträgen ist die Zahlung von 80% des Lohnes während maximal 720 Tagen vorgesehen. Die genauen Bestimmungen stehen in den allgemeinen Vertragsbedingungen.

    Arbeitslosenversicherung

    Die heutige wirtschaftliche Situation führt vermehrt auch in der Schweiz zu Kündigungen durch den Arbeitgeber. Wer vermittlungsfähig und aktiv auf Stellensuche ist, hat unabhängig von der Diagnose MS Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Dies gilt auch beim Bezug einer Teilrente der Invalidenversicherung oder wenn eine Rentenprüfung der IV beantragt ist. Die Anzahl der Taggelder ist abhängig vom Alter und von der geleisteten Beitragszeit.

    Weitere Informationen finden Sie hier: Arbeitslosenversicherung (Bundesamt für Sozialversicherungen BSV)

  • Invalidenversicherung (IV)

    Die Invalidenversicherung (1. Säule)  hat zum Ziel, wenn immer möglich die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu fördern und zu erhalten. Dazu dienen verschiedene Eingliederungsmassnahmen. Dort, wo eine solche Integration nicht oder nur teilweise möglich ist, entrichtet die IV eine Rente.

    Früherfassung / Frühintegration / berufliche Eingliederungsmassnahmen

    Für Leistungen, die der Erhaltung der Erwerbstätigkeit dienen, besteht keine Wartefrist. Es braucht aber eine schriftliche Anmeldung. Mit den neuen Instrumenten «Früherfassung» und «Frühintervention» soll mit geeigneten Massnahmen der Verbleib im Arbeitsprozess oder eine rasche Wiedereingliederung ermöglicht werden.

    Zu den beruflichen Eingliederungsmassnahmen zählen: Anpassungen am Arbeitsplatz, Hilfsmittel, Einarbeitungszuschüsse für Arbeitgeber während der Anlern- oder Einarbeitungszeit, die Finanzierung von Ausbildungskursen für eine neue Aufgabe, Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Umschulungen und die Vergütung von behinderungsbedingten Mehrkosten für den Abschluss einer Erstausbildung.

    IV-Renten

    Es werden Viertels-, halbe, Dreiviertels- und ganze IV-Renten ausgerichtet. Basis bildet die Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit oder im Aufgabengebiet (Haushalttätige). Die Wartefrist beträgt ein Jahr ab Beginn einer Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40%, frühestens jedoch 6 Monate nach der schriftlichen Anmeldung. Bei vollständiger Beitragsdauer beträgt der Minimalbetrag einer ganzen IV-Rente CHF 1'175.00, der Maximalbetrag CHF 2'350.00 pro Monat (Stand 2017). Für jedes Kind wird zusätzlich zur Grundrente eine Kinderrente (40% der Grundrente) bezahlt.

    Hilfsmittel

    Die IV unterstützt Versicherte mit Hilfsmitteln zur Erhaltung/Ermöglichung der Fortbewegung, zur Selbstsorge oder zur Erleichterung des Kontakts mit der Umwelt. Sie leistet auch Beiträge an bauliche Anpassungen.

    Hilflosenentschädigung

    Folgende Bereiche der alltäglichen Lebensverrichtungen werden für die Bemessung der Hilfsbedürftigkeit berücksichtigt:

    • An-/Auskleiden
    • Aufstehen/Absitzen/Abliegen
    • Essen
    • Körperpflege
    • Verrichten der Notdurft
    • Fortbewegung inkl. Kontaktaufnahme mit der Umwelt
    • Lebenspraktische Begleitung

    Die Leistungen sind eingestuft für IV versicherte Personen (Stand 2017):

    • leicht: CHF 470.00
    • mittel: CHF 1'175.00
    • schwer: CHF 1'880.00

    Wohnt die betroffene Person in einem Heim, beträgt der Ansatz ein Viertel.

    Assistenzbeitrag der IV

    Der Assistenzbeitrag der IV ermöglicht Menschen mit einer Behinderung ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu Hause. In Eigenregie stellen sie eine oder mehrere Assistenzpersonen an für die alltäglichen Lebensverrichtungen, die Haushaltführung etc.

    Voraussetzung ist, dass die betroffene Person eine Hilflosenentschädigung der IV bezieht, zu Hause lebt und volljährig ist. Besondere Bestimmungen gelten für betroffene minderjährige Personen und für volljährige Personen mit eingeschränkter Handlungsfähigkeit.

    Weitere Informationen finden Sie hier: AHV/IV Invalidenversicherung

  • Berufliche Vorsorge

    Die berufliche Vorsorge richtet neben Altersrenten auch Leistungen bei Invalidität aus. Neben der obligatorischen Versicherung (BVG-Teil) können  Arbeitgeber für ihre Mitarbeitenden  auch zusätzliche Leistungen im überobligatorischen Bereich versichern. Die Rentenbeträge sind aus dem Vorsorge-Ausweis ersichtlich.

    >> Häufig gestellt Fragen zur Beruflichen Vorsorge und 3. Säule

  • Ergänzungsleistungen zur AHV/IV

    Garantieren die Leistungen aus der ersten und zweiten Säule sowie eventuell aus privaten Versicherungen und dem Vermögen kein existenzsicherndes Einkommen, so haben sowohl IV- als auch AHV-Rentenbezüger und -bezügerinnen einen gesetzlichen Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Ergänzungsleistungen sind keine Fürsorgeleistungen.

    Die Ergänzungsleistungen werden berechnet anhand der Differenz zwischen den anerkannten Ausgaben und den anrechenbaren Einnahmen. Die gesetzlich festgelegte Pauschale für den Lebensbedarf beträgt (Stand 2017): CHF 1'607.50 für Einzelpersonen, 2'411.25 für Ehepaare, plus je Kind CHF 840.00, für 3. und 4. Kind je CHF 560.00, für jedes weitere Kind CHF 280.00.

    Weitere Informationen finden Sie hier: AHV/IV Ergänzungsleistungen

  • Private Versicherungen

    Wer vor der MS-Erkrankung eine private Versicherung (3. Säule) abgeschlossen hat, kann auf zusätzliche Mittel zählen. Dazu gehören beispielsweise eine Erwerbsausfall-Versicherung oder eine Lebensversicherung mit Leistungen bei Invalidität.

    Als rechtliche Grundlage für die privaten Versicherungen gelten das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und das Versicherungsvertragsgesetz (VVG).

    Die versicherten Leistungen sind in den individuellen Versicherungspolicen und den dazugehörigen allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) und in den besonderen Versicherungsbedingungen (BVB) geregelt.

    Weitere Informationen finden Sie hier: