Ernährung

Ernährung

Seien Sie skeptisch bezüglich Diäten. Nach heutigem Stand gibt es keine Diät, die das Fortschreiten der MS verhindern oder die Krankheit heilen kann.

Ernährungsempfehlungen und Diäten für Menschen mit MS gibt es viele. Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es jedoch keine Diät, die das Fortschreiten der MS verhindern oder die Krankheit heilen kann. Seien Sie daher skeptisch bezüglich Diäten mit Heilungsversprechen und Kosten verursachenden Ergänzungsstoffen.

Positive Einflüsse durch ausgewogene Ernährung

Allerdings fördert eine ausgewogene Ernährung die allgemeine Gesundheit und trägt somit gerade bei MS-Betroffenen zu körperlichem Wohlbefinden und zur Verhinderung von Sekundärerkrankungen bei. Ausgewogen in diesem Sinne ist eine abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse und Obst, dafür weniger Fleisch und Fett.

Begleiterscheinungen der MS wie z. B. Übergewicht, Darm– und Blasenstörungen können durch gezielte Ernährung positiv beeinflusst werden.

Bevor Sie ihre Ernährungsgewohnheiten verändern oder gar Verzicht üben, besprechen Sie die Massnahmen mit Ihrem Arzt. Gerade Frauen mit Menstruationsblutungen haben einen höheren Eisenbedarf, solche Aspekte müssen berücksichtig werden.

Neuere Erkenntnisse

Für Herz-Kreislauf-Probleme und entzündliche rheumatische Erkrankungen ist erwiesen, dass diätetische Massnahmen Entzündungsprozesse im Körper vorbeugen oder diese abschwächen können. Dabei handelt es sich um eine Ernährungsweise, bei denen Fette eine spezifische Rolle spielen.
Gesundheitlich besonders wertvoll sind Fette, die einen hohen Anteil an ungesättigten Omega 3-Fettsäuren im Verhältnis zu ungesättigten Omega 6-Fettsäuren aufweisen.

  • Omega 3-Fettsäuren (hauptsächlich in Pflanzen und Fische) wirken positiv auf den Fettstoffwechsel und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften.
  • Omega 6-Fettsäuren (Anteil hoch in Fleisch, Wurstwaren und fetthaltigen Milchprodukten) besitzen eher entzündungsfördernde Eigenschaften.

Praktische Tipps für den Alltag

Die richtige Zufuhr von ungesättigten Fetten ist von Bedeutung. Der Körper braucht sowohl Omega-3 wie auch Omega-6 Fettsäuren. Für eine ausgewogene Ernährung, bei der entzündungsfördernde Fette reduziert werden, genügen einfache Regeln:

  • Insgesamt wenig Fett zu sich nehmen (Achtung bei Wurstwaren)
  • Nur zweimal Fleisch pro Woche (z. B. mageres Fleisch wie Kalb, Rind oder Lamm)
  • fünf Portionen Früchte oder Gemüse pro Tag (vor allem grünes Blattgemüse und Blattsalate)
  • zwei- bis dreimal Fisch pro Woche
  • Soja und Tofu als Fleischersatz planen
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen als Beilagen planen
  • «gute» Öle verwenden: Olivenöl, Rapsöl, Butter als Streichfett
  • folgende Öle meiden: Sonnenblumen-, Maiskeim-, Distel- und Traubenkernöl, Margarine aus diesen Ölen
  • genügend trinken (2 - 2.5 Liter pro Tag)

Viele industriell gefertigte Backwaren (Teig, Aufbackbrote etc.) enthalten Fette, die aus Schlachtabfällen gewonnen werden. Diese Produkte enthalten somit versteckte tierische Fette, die man besser meidet.