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Ernährung: Gesund & preiswert

Wer möglichst viele pflanzliche, saisonale und unverarbeitete Lebensmittel auswählt, tut nicht nur etwas Gutes für seine Gesundheit, sondern schont auch das Portemonnaie.

Die Lebensmittelpyramide besteht aus 6 Stufen, wobei von der untersten Stufe (ungesüsste Getränke) der grösste Teil am Tag konsumiert werden sollte und von der obersten (Süssigkeiten, Alkohol, etc.) die kleinste Menge. Wer seine individuelle Pyramide erstellen möchte, kann dies auf www.meinepyramide.ch ausprobieren.

Grundsätzlich ist auch für MS-Betroffene eine gesunde, abwechslungsreiche und vielseitige Ernährung empfehlenswert. Besonders berücksichtigt werden eine entzündungshemmende Ernährung, mit einer gesunden Fettauswahl, sowie Massnahmen zur Förderung der Diversität des Mikrobioms (früher auch Darmflora genannt). Dazu wird zu einem regelmässigen Konsum pflanzlicher Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide geraten und zu einem geringeren Konsum von Fleisch und tierischen Fetten. Hochwertige Öle wie Rapsöl, Leinöl und Olivenöl werden gezielt eingesetzt.

Umsetzung bei kleinem Budget

Die Schweizer Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE ist auch für MS-Betroffene ein guter Ratgeber. Die Basis stellen die beiden grössten Balken dar: genügend Flüssigkeit, Obst und Gemüse. Je schmaler der Balken ist, umso geringer soll auch der mengenmässige Anteil der Lebensmittel dieser Stufe in der Ernährung sein. In jeder Stufe der Pyramide finden sich Lebensmittel, welche auch mit kleinem Budget erschwinglich sind:

Flüssigkeit

Viel Geld lässt sich sparen, wenn auf den Kauf von Limonaden und Mineralwasser verzichtet und stattdessen das in der Schweiz qualitativ hochwertige Leitungswasser getrunken wird.

Obst und Gemüse

Wer saisonale Sorten wählt und selbst rüstet, anstatt abgepackte und geschnittene/gerüstete Produkte zu wählen, spart Geld.

Getreideprodukte und Kartoffeln

Vollkornprodukte sind aufgrund ihres hohen Gehalts an Nahrungsfasern nicht nur gesünder, sondern sättigen auch besser, was sich positiv aufs Budget auswirkt. Auch hier gilt es, möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel auszuwählen, da diese günstiger sind. Beispielsweise ist es sowohl fürs Portemonnaie als auch für die Gesundheit sinnvoll, Haferflocken statt ein Crunchymüesli zu verwenden.

Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte

Die Lebensmittel dieser Kategorie enthalten viel Protein und sind oft etwas teurer – gut, dass sie nicht das Fundament der Ernährung darstellen. Mit der Reduktion des Fleischkonsums spart man Geld beim Essen und legt die Basis für eine entzündungshemmende Ernährung. Es empfiehlt sich, täglich 3 Portionen Milchprodukte zu konsumieren und 1 Portion eines weiteren proteinreichen Lebensmittels. Anstelle von Fleisch eignen sich z.B. Eier, Fisch, Tofu, ein zusätzliches Milchprodukt oder Hülsenfrüchte. Aus Hülsenfrüchten (Linsen, Kichererbsen, rote und weisse Bohnen, Soja) lassen sich viele leckere, preiswerte und entzündungshemmende Gerichte zubereiten, die sich positiv auf das Mikrobiom auswirken. Wie wär‘s beispielsweise mit einem leckeren indischen Linsen-Dahl oder Humus aus Kichererbsen? Diese Speisen sind übrigens auch bei Schluckbeschwerden hervorragend geeignet.

Fette und Öle

Ein hochwertiges Schweizer Rapsöl kostet nur wenige Franken und liefert für einige Wochen gesunde Fette. Wer aufs Frittieren verzichtet, spart zudem Geld, weil kein Öl weggeworfen werden muss.

Genussmittel

Liebe geht bekanntlich durch den Magen – die Seele isst mit. Ab und zu sollte man sich etwas Süsses oder eine salzige Knabberei gönnen. Wenn der Genuss und nicht die Menge im Vordergrund steht, fällt dies auch beim Budget nicht ins Gewicht.

Text: Maja Dorfschmid, Leiterin Ernährungsberatung im Stadtspital Triemli in Zürich
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