Ambulante Therapien

Ambulante Therapien

Lesen Sie hier welche Therapien frühzeitig in der Gesamtbehandlung einbezogen werden sollten.


Paramedizinische Therapien wie Physio- und Ergotherapie sind ein wichtiger Teil der interdisziplinären Behandlung und sollten frühzeitig berücksichtigt werden. Sie tragen zur Erhaltung von Ressourcen bei und mindern Einschränkungen.

Kosten medizinischer Therapien

Alle schulmedizinisch anerkannten, ambulanten und stationären Therapien sind im Leistungskatalog der Grundversicherung der Krankenkassen enthalten. Zur festgelegten Franchise (mind. CHF 300) müssen vom Versicherten 10% Selbstbehalt auf alle Leistungen bis maximal CHF 700 pro Jahr übernommen werden.

Fragen?

Für alle Fragen rund um MS und Therapien geben wir Ihnen gerne kompetent und kostenlos Auskunft. Rufen Sie an: MS-Infoline 0844 674 636


  • Physiotherapie

    Die ambulante Physiotherapie ist ein wichtiger Baustein in der ganzheitlichen Behandlung der MS.

    Was hat Sie zum Ziel?

    • Die funktionelle Leistungsfähigkeit zu erhalten
    • Motorische Funktionen zu verbessern
    • Beschwerden, Atembeschwerden, Schmerzen, Fatigue etc. zu reduzieren
    • Spätkomplikationen vorzubeugen
    • Betroffene und ihre Betreuer zu beraten und zu instruieren (z.B. zu Hilfsmitteln)

    Welche Therapieangebote gibt es?

    Je nach Trainingsziel werden verschiedene Therapien durchgeführt, zum Beispiel:

    • Bewegungstherapie (Einzel- und Gruppentherapie)
    • Blasentraining
    • Atemtraining
    • Ausdauer-und Krafttraining an medizinischen Trainingsgeräten
    • Entspannungstherapie
    • Wassertherapie
    • oder Hippotherapie-K (Physiotherapie mit dem Pferd)

    Die Vernetzung mit anderen therapeutischen Berufsgruppen wie Ergotherapie-, Logopädie und Neuropsychologie sowie die Anwendung von verschiedenen Behandlungen in Kombination ist wichtig und soll individuell angeschaut werden.

    Spezialisierte Therapeuten

    Optimale therapeutische Betreuung gewährleisten Physiotherapeuten mit einer Spezialausbildung in MS oder einer absolvierten Zusatzausbildung in Neurologie und Erfahrung in MS. In der "Fachgruppe Physiotherapie bei Multipler Sklerose" (FPMS), haben  sich Therapeuten und Therapeutinnen mit entsprechender Ausbildung, Erfahrung und Bereitschaft zu steter Weiterbildung zusammen geschlossen.

    Eine Therapeutenliste finden Sie auf der FPMS-Webseite.

    Wer übernimmt die Kosten?

    Physiotherapie ist eine Pflichtleistung der Grundversicherung. Um über die Kasse abzurechnen, benötigt man eine ärztliche Verordnung (über Hausarzt/Neurologe). Gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) werden pro Verordnung 9 Behandlungen bezahlt. Nach 36 Behandlungen prüft in der Regel der Vertrauensarzt der Krankenkasse die Notwendigkeit der weiterführenden Therapie.

    Kontakt

    Für Fragen rund um Physiotherapie bei MS steht Ihnen unser Beratungsteam an der MS-Infoline zur Verfügung.

  • Ergotherapie

    Zweck der Ergotherapie (aus dem Griechischen "ergein '= bedeutet „Tätig sein“)  ist das Erreichen grösstmöglicher Selbstständigkeit durch: entwickeln und Verbessern von Grob- und Feinmotorik, Körperkoordination, Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen und Kommunikationsmöglichkeiten.

    Was beinhaltet die Ergotherapie?

    In der Ergotherapie werden Abklärungen der Fähigkeiten respektive Einschränkungen durchgeführt. Die Therapie hilft dabei, bestimmte Bewegungen und Aktivitäten ausüben, es werden Hilfen wie z. B. Schienen hergestellt und Anpassungen in der Wohnung und am Arbeitsplatz vorgeschlagen. Ziel ist die es bestmöglich die MS bedingten Einschränkungen zu kompensieren.

    Benötigt ein Mensch pflegerische Unterstützung durch Dritte, bietet die Ergotherapie bei der Ausführung der Körperpflege Hilfe zur Selbsthilfe, unter Berücksichtigung der Physiologie (Ergonomie ) an. Er lernt die Durchführung alltäglicher Aktivitäten wie Baden, Anziehen, Essen, Trinken und sich Waschen  und gleichzeitig Kräfte und Bewegungen dabei zu optimieren.

    Funktionelle Ergotherapie konzentriert sich auf die Beweglichkeit der Arme und Hände (die Fähigkeit zu begreifen). Entsprechend von Spastik und Koordinationsproblemen wird im Ergotherapietraining der ganze Körper miteinbezogen. Die Betroffenen lernen Betroffene ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern und optimal zu nutzen.

    Wer übernimmt die Kosten?

    Bei ärztlicher Verordnung werden die Kosten der Ergotherapie bei stationärer und ambulanter Behandlung durch die Krankenkasse vergütet.  

    Die obligatorische Grundversicherung die übernimmt die Kosten zu einem Maximum von neun Sitzungen in drei Monaten auf Rezept. Sollte die Therapie nach der Behandlung (36 Sitzungen) fortgesetzt werden kann, muss ein Kostengutsprachegesuch durch den Arzt bei der Krankenkasse eingereicht werden.

    Therapeuten

    Ergotherapie wird in Kliniken stationär und ambulant angeboten, sowie in Ergotherapie-Praxen.

    Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Wahl der Therapeutin, Therapeuten. Sie finden nützliche Adressen unter: www.ergotherapie.ch

  • Hippotherapie

    Hippotherapie-K® ist Physiotherapie mit Hilfe eines Kleinpferdes, der Name ist geprägt durch deren Gründerin aus Basel, Ursula Künzle.

    Die Methode ist eine anerkannte medizinische Behandlungsmassnahme, bei der die Übertragung der Bewegungen des Pferdes im Schritt auf den Patienten genutzt wird.

    Hippotherapie ist bei MS indiziert und hilft bei Spastik vorwiegend im Rumpf- und Beckenbereich und bei Gleichgewichtsproblemen. Der Patient sitzt auf dem Kleinpferd, welches von einer Hilfsperson im Schritt geführt wird. Die ausgebildete Therapeutin hilft dem Patienten beim Auf-und Absteigen und unterstützt und optimiert während der Therapie die Bewegungsübertragung.

    Körperliche Voraussetzungen für die Hippotherapie sind eine genügende Rumpfstabilität für einen freien Sitz und ausreichende Beweglichkeit im Hüftgelenk für den Spreizsitz auf dem Pferd. Für das Aufsteigen über eine Rampe muss der Patient zudem fähig sein, mit Hilfe einige Treppenstufen auf- bzw. abzusteigen.

    Wer übernimmt die Kosten?

    Hippotherapie-K® wird von der Grundversicherung der Krankenkassen übernommen, wenn sie von Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung in Hippotherapie-K® durchgeführt wird.

    Ausgebildete Therapeuten

    Ausgebildete Hippotherapie-K® Therapeuten haben sich in der Schweizer Gruppe für Hippotherapie-K® zusammengeschlossen und sind auf deren Webseite zu finden: www.hippotherapie-K.org

  • Logopädie

    Bei Problemen der Sprache oder bei Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen ist eine Abklärung und eventuelle Therapie bei einem Logopäden angezeigt.

    Bei MS ist die Dysarthrophonie am häufigsten: eine Kombination aus Sprechstörung (Dysarthrie) und Stimmstörung (Dysphonie).

    Laute, Wörter und Sätze können nicht mehr deutlich und verständlich ausgesprochen werden. Infolge dessen ist auch die Atmung und die Stimmbildung beeinträchtigt. Die Stimme kann heiser, gepresst, schwach, verhaucht, nasal klingen.

    Schluckstörungen beeinträchtigen die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und können zu Komplikationen führen. Häufiges Räuspern, Husten und Nachschlucken können Anzeichen einer Schluckstörung sein.

    Wie finde ich eine Logopädin?

    Logopädinnen finden Sie über Ihren Arzt, Ihre Klinik oder den Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband (DLV).

    Wer übernimmt die Kosten?

    Bei ärztlicher Verordnung werden die Kosten der Ergotherapie bei stationärer und ambulanter Behandlung durch die Krankenkasse vergütet.

  • Neuro-Training

    Teilleistungsstörungen bei der Wahrnehmung, dem Denken dem Erkennen (Kognition) können bei MS häufig auftreten. Manchmal sind sie diskret, teilweise haben sie aber auch grosse Auswirkung auf die alltäglichen Verrichtungen. Besonders häufig betroffen sind das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit, die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung und die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

    Eine neuropsychologische Therapie und Rehabilitation setzt eine fachgerechte Analyse und Diagnostik  voraus. Ein  individuelles, auf den Alltag ausgerichtetes Trainings- und Therapieprogramm wird darauf aufgebaut.

    Welches Trainingsziel wird verfolgt?

    Der Kerngedanke ist, auf  gesunden, d.h. noch funktionsfähigen Hirnleistungen aufzubauen. Häufig können so Schädigungen und Einschränkungen (z.B. des Gedächtnisses) kompensiert werden, also über Umwege (andere Hirnstrukturen) teilweise wettgemacht werden.

    Spezifische Störungen werden mit  wiederholten, strukturierten Übungsaufgaben behandelt,  entweder mit Papier und Bleistift oder am Computer.

    Nötig und wichtig ist in jedem Fall, das Training möglichst auf reale Alltagssituationen auszurichten. Eine enge Zusammenarbeit mit der Ergotherapie, der Physiotherapie und einer psychologischen Therapie ist unerlässlich. Diese starke Vernetzung ist  in einer stationären Rehabilitation besonders gut gewährleistet.

    Sind kognitiven Störungen bereits früh in der Erkrankung oder unabhängig von Schüben stetig vorhanden, dann sind die Erfolge der neuropsychologischen Trainingsmethoden eher begrenzt. 

    Wie gehe ich weiter vor?

    Eine neuropsychologische Rehabilitation setzt in jedem Fall eine fachärztlich gestützte Zielformulierung und Empfehlung voraus.

    Wenden Sie sich an Ihre Neurologin oder Ihren Neurologen oder an unser Fachteam der Infoline.