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Gesichter der MS: Natacha Staudenmann

Diese Serie ist anders. Nicht Dritte oder Unbeteiligte reden über MS und Menschen mit MS. Sondern MS-Betroffene selbst sprechen über ihr Leben mit einer unheilbaren Krankheit, ihre Hoffnungen, ihre Ängste. Wie die Krankheit sie fordert, aber auch, wie die MS sie vielleicht stärker gemacht hat. Wie eng gute und schlechte Erfahrungen beieinander liegen.

Wer bist du? Wie alt bist du?
Ich bin Natacha und bin 24 Jahre alt.  

Was bedeutet MS für dich?
MS bedeutet für mich Veränderung, im Guten wie im Schlechten.  

Wie lange bestanden bei dir schon die Symptome vor der Diagnose?
Das waren zum Glück nur 4 Wochen, von meinem ersten Schub bis zur Diagnose. Mein Arzt hat mich sehr schnell ins Spital geschickt. 

Wie wurde dir die Diagnose MS vermittelt?
Mir wurde die Diagnose im Beisein von meinem Vater im Spital gesagt. Ich sass in meinem Bett und mein Papa neben mir, als die Ärtzin sagte, ich hätte MS. Meine Mama kam später dazu. Ich habe Ihr dann meine Diagnose mitgeteilt. Ihren Geburtstag hat sie sich sicherlich anders vorgestellt. Schlussendlich war sie, wie auch mein Papa, zuerst geschockt. Aber sie wussten beide, dass ich mit Schlimmerem gerechnet habe. 

Was war Dein erster Gedanke nach der Diagnose MS?
Klingt für viele doof, aber ich habe mich gefreut, dass es «nur» MS ist. Ich habe mit einer viel schlimmeren Diagnose gerechnet. Da ich die MS von meinem Papa her schon kenne, da er auch MS hat, wusste ich schon, was mit dieser Diagnose auf mich zukommt. Dies hat es mir sehr erleichtert. 

Welche Symptome machen dir am meisten zu schaffen? Wo behindern dich die Symptome im Alltag, wie beeinflusst die MS deine Lebensqualität?
Gross werde ich nicht mehr eingeschränkt, seit der Kortison-Therapie. Die Symptome haben sich wieder sehr zurückgebildet. Aber während des Schubes liess ich fast alles fallen, hatte ständig am ganzen Körper dieses Kribbeln und fühlte mich einfach schlecht. 

Wie geht dein privates Umfeld mit deiner Krankheit um? Hast du Kinder?
Ich habe noch keine Kinder. Meine Familie war zuerst geschockt, aber das hat nicht lange angehalten. Wir wussten ja alle, was MS ist. Daher war es für uns nicht so schlimm, wie es vielleicht für jemanden ist, der es noch gar nicht kannte. Mein Freund und ich waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange zusammen. Er hat es sehr gut aufgenommen und war und ist immer noch in jeder Situation für mich da. Auch meine Freunde behandeln mich nicht anders, was ich gut so finde und unterstützen mich.

Meine Familie und mein Freund unterstützen mich immer, wenn ich es brauche. Ich bin sehr froh alle meine Lieben zu haben und dass alle so tolle Menschen sind.

Wie ist die Situation an Deiner Arbeitsstelle?
An meiner jetzigen Arbeitsstelle hab ich es bei der Vertragsunterzeichnung gesagt, dass ich MS habe. Meine Chefin hat sehr gut reagiert. Ich weiss auch, dass ich immer zu meinen Vorgesetzten gehen kann, falls es mir schlecht geht. Ich habe das Gefühl, jederzeit unterstützt zu werden und bei Problemen kann ich offen mit ihnen darüber sprechen. Ich fühle mich dort sehr wohl. 

Wie entspannst du dich? Welchen Rat hast du für andere MS-Betroffene?
Ich habe 2 Katzen welche ganz verschmust sind. Ich tue einfach, was mir gerade Spass macht und worauf ich Lust habe. Ich glaube den allgemeinen Rat gibt es nicht. Ich denke man sollte selbst für sich heraus finden, was einem gut tut. Wichtig finde ich es zu wissen, das MS zwar noch nicht heilbar ist, doch trotzdem kann man noch sehr viel erleben. Mir haben auch die Facebook-Gruppen und das MS-Treffen geholfen, da man sich dort gut austauschen kann mit andern MS-Patienten. Es ist bei jedem halt anders. 

Was macht Dir in Bezug auf MS Angst?
Angst habe ich in Bezug auf die MS kaum. Ich weiss, dass alles passieren kann, aber nichts muss. 

Was gibt Dir in Bezug auf MS Hoffnung?
Dass es mittlerweile so viele Therapien gibt. Ich hoffen irgendwann finden Sie raus, wodurch MS ausgelöst wird. 

Wenn deine MS ein Tier wäre, welches und warum?
Ich glaube eine Katze. In meinem Fall meistens am schlafen. Jedoch wenn Sie wach ist, richtet sie ab und an kleine Schäden an, welche man erst später bemerkt. Wie meine Läsionen, welche man öfters nur im MRT sieht und wovon ich meistens nicht viel mit bekomme. Trotzdem sind sie da und hinterlassen Spuren.

An was hängt dein Herz?
An meiner Familie, meinen Freunden und den Haustieren. 

Ein Satz für deine Liebsten? 
Ihr seid für mich die Besten und ich möchte niemanden her geben. 

Dein Lebens-Motto?
Geniesse das Leben.  

Dein Lieblingsbuch? Lieblingsfilm? Lieblingsessen? Gegen den MS-Blues? 
Da gibt es so vieles. Von Disneyfilmen über die Bücher der «Maze Runner» oder «Tribute von Panem»- Reihe bis hin zu Schokolade. 

Welche Beziehung hast du zur Schweiz. MS-Gesellschaft?
Ich finde es toll, dass es die Gesellschaft gibt. Dort habe ich ganz viele Infos zu den Therapien gefunden und bin froh, zu wissen, dass man sich Rat holen kann. 

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