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Der Lockdown geht vorbei – Multiple Sklerose nicht

Wenn es einen Begriff gibt, der prägend ist für die aktuelle Phase der Corona-Pandemie, dann ist dies das Wort «Unsicherheit». Global öffnen sich immer wieder neue Covid-19-Brandherde. Europäisch, selbst innerhalb der Schweiz, gleichen Regelungen zur Eindämmung und zur Lockerung einem bunten Flickenteppich. Wie geht es mit der Wirtschaft weiter, wann kommt eine Impfung, wie fest bin ich persönlich gefährdet?

Alte Fragen und Ängste – plus neue

Viele von uns halten diese Unsicherheit kaum aus, sehnen die Normalität zurück. Wir wollen unser vorheriges und gewohntes Leben zurück, ohne Einschränkungen, ohne Unsicherheiten. Wir wollen planen und etwas unternehmen können, Hobbies ausüben, Freunde treffen. Dieser «Ausnahmezustand» wird irgendwann vorbeigehen, und die Unsicherheit abnehmen. Für Menschen, die von MS betroffen sind, ist und bleibt dies jedoch der Normalzustand. Den Zustand der Ungewissheit erleben MS-Betroffene und deren Angehörige jeden Tag und nicht nur vorübergehend. Eine Rückkehr zum «normalen» oder «früheren» Leben ist für sie völlig ausser Sichtweite.

Die Fragestellungen der Corona-Pandemie, die für viele MS-Betroffene, die zu einer Risikogruppe gehören, eine noch viel höhere Relevanz und Brisanz haben, wirken sich auf die Arbeit der Schweiz. MS-Gesellschaft massiv aus - in den letzten Monaten und auch in den kommenden. Ängste, Sorgen, Fragen, Verunsicherungen und finanzielle Nöte aus den zurück liegenden Wochen werden um neue ergänzt. Tages- und Betreuungsstrukturen, die von einem Tag auf den anderen weggefallen sind sowie die Auswirkungen von Pandemie und Lockdown auf die Wirtschaft haben Folgen für die Psyche und Gesundheit jedes Einzelnen. Bewegungsmangel, Depressionen, mangelnde soziale Teilhabe und verunmöglichte verwandtschaftliche Besuche und gemeinsame Veranstaltungen und Aktivitäten im Rahmen der Angebote der MS-Gesellschaft, das Gefühl, als Risikogruppe für den ersten Lockdown mit «verantwortlich» zu sein und die Angst, bei einer zweiten Welle, nicht mehr die vorher gelebte Solidarität erfahren zu dürfen kommen nebst monetären Problemen dazu.

Kommt die Impfung? Und taugt sie für MS-Betroffene?

Viel hängt an der Frage, ob und wann es eine erfolgreiche, flächendeckende Impfung geben wird. Für MS-Betroffene mit der Zusatzfrage versehen: Ist die Impfung für MS-Betroffene verträglich? Einige Experten gehen davon aus, dass eine Impfung frühestens Anfang 2021 zur Verfügung stehen wird, andere sehen einen flächendeckenden Impfschutz erst in Jahren. Dies unter der Voraussetzung, dass das Virus nicht mutiert. Auf dieses Szenario und seine Auswirkungen bereitet sich die Schweiz. MS-Gesellschaft jetzt vor. Neue Formen von Veranstaltungen oder Beratungen werden ausgearbeitet, bestehende Dienstleistungen müssen den Schutzkonzepten angepasst werden. Der Schutz der betroffenen Personengruppen hat für die MS-Gesellschaft höchste Priorität. Schweren Herzens mussten im 2020 die Gruppenaufenthalte abgesagt werden. Bisherige Einnahmen fallen weg, gleichzeitig entstehen durch die Einhaltung der Schutzkonzepte, durch zusätzliche Beratungsangebote, durch den Versand von Masken für Betroffene, durch höhere Zahlungen für Härtefälle, durch das Hochfahren der Informationstätigkeit und die verstärkte digitale Präsenz finanzielle Mehrkosten. Kreative und innovative Lösungsansätze müssen in kurzer Zeit, trotz aller Unsicherheiten, gefunden werden. MS-Betroffene brauchen Hilfe und Unterstützung notwendiger denn je. Die MS-Gesellschaft pausiert nicht. Eine Aufgabe, die ohne Unterstützung und Spenden nicht geleistet werden kann.

Können MS-Betroffene weiter auf die Solidarität und aktive Unterstützung der Spenderinnen und Spender zählen?

Sicher für MS-Betroffene ist nur die Ungewissheit. Und die grossen Aufwendungen, sie in den Griff zu bekommen und die Unsicherheit zu reduzieren – und für die Zukunft plan– und beherrschbar zu machen. Dazu benötigt die MS-Gesellschaft nichts weniger als eine Fortsetzung der Solidarität in Tat und Wort und eine Spendenbereitschaft, die dieser Ausnahmesituation angemessen ist. Der Lockdown endete am 8. Juni, die MS und auch die besonders schwierige Situation für viele MS-Betroffene bleibt. Die MS-Gesellschaft und die MS-Betroffenen danken den Spenderinnen und Spendern für ihr Vertrauen und Unterstützung!

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