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Aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt

Am «MS State oft he Art Symposium» präsentieren üblicherweise verschiedene Forschungsgruppen die bisherigen Resultate ihrer Arbeit in Form eines Posters. Die virtuelle Durchführung des Symposiums in diesem Jahr erforderte eine andere, kreative Lösung. Der «Poster Blitz» wurde ins Leben gerufen.

Die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft gewährt nutzenbringenden Schweizer Forschungsprojekten auf dem Gebiet der MS finanzielle Unterstützung. Eine Auswahl dieser Projekte wird jeweils am «MS State of the Art Symposium» in der Form von an Stellwänden montierten Postern vorgestellt. Dies bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich rasch einen Überblick über den aktuellen Stand der Projekte zu verschaffen. Zudem können sie sich bei Fragen direkt an die vor Ort ebenfalls anwesenden Studienverantwortlichen wenden.

Poster Blitz und virtuelle Diskussionsrunden

Dieses Jahr konnten die verschiedenen Forschungsgruppen ihre Projekte im Rahmen eines eigens dafür produzierten Kurzvideos allen Teilnehmenden des Symposiums vorstellen. Bei diesem «Poster Blitz» genannten Format ging es vor allem darum, das Interesse der Zuhörenden für das eine oder andere Projekt zu wecken. Im späteren Verlauf des Symposiums bestand die Möglichkeit, sich virtuell mit den entsprechenden Studienverantwortlichen zu treffen und sich das Projekt noch genauer vorstellen zu lassen, Fragen zu stellen und gemeinsam zu diskutieren. Diese Option wurde rege genutzt.

«Poster Blitz» Video (auf Englisch)

MS bei Kindern und Jugendlichen erforschen

In diesem Jahr wurden 14 ganz unterschiedliche Forschungsprojekte vorgestellt. Dabei ging es zum einen um sehr grundlegende Forschungen, die aber für das Verständnis der Erkrankung MS von grosser Bedeutung sind. Solche Forschungsresultate liefern nicht selten auch Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Behandlungsansätze.

Eines der Projekte widmet sich der MS bei Kindern und Jugendlichen. In der Schweiz ist in diesen beiden Altersgruppen sehr wenig zur Häufigkeit, zur Diagnose und zur Behandlung der MS bekannt. PD Dr. med. Sandra Bigi, Universitätsspital Bern, ist mit ihren Projektmitarbeitenden eine Datenbank am Erarbeiten, in welcher alle relevanten Angaben zu den jungen Betroffenen gesammelt werden können. Die Auswertung dieser Daten soll dazu beitragen, mehr über MS bei Kindern und Jugendlichen zu erfahren, die Erkrankung früher zu erkennen und so auch die Betreuung zu verbessern.

Trainingsprogramm für MS-Betroffene

Viele Menschen mit MS leiden unter einer reduzierten körperlichen Leistungsfähigkeit und der sogenannten «Fatigue», einer speziellen Form der Müdigkeit. Dies führt oft zu einer schlechten Lebensqualität. Die Sportwissenschaftlerin Nadine Patt vergleicht nun in ihrem Forschungsprojekt zwei unterschiedlich gestaltete Trainingsprogramme: Intervalltraining mit hoher Intensität kombiniert mit Anleitung zum Energiemanagement und kontinuierliches Training mit mittlerer Intensität kombiniert mit progressiver Muskelentspannung. Ziel ihres Projektes ist herausfinden, wie sich die beide Programme auf die Lebensqualität und verschiedene weitere Faktoren wie z. B. Fitness, Stimmung und Fatigue auswirken.

MS, Ernährung und Fatigue

Dr. med. Guillaume Thévoz vom Universitätsspital Lausanne untersuchte mit seiner Studiengruppe, ob es einen Zusammenhang zwischen der Zeitdauer, in denen MS-Betroffene etwas essen und trinken und einer Fatigue gibt. Dazu wurden die Ernährungsgewohnheiten und die Fatigue von 34 Menschen mit schubförmig verlaufender MS über einen Zeitraum von einem Monat analysiert. Die Teilnehmenden konnten ihre Mahlzeiten mithilfe einer App fotografieren und mussten zusätzlich einen Fragebogen zum Ausmass ihrer Fatigue ausfüllen. Die Forschergruppe nahm an, dass MS-Betroffene, die innerhalb von 24 Stunden weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme einsetzten, sich weniger erschöpft fühlen. Die Auswertung der gesammelten Daten ergab jedoch, dass die Dauer der Nahrungsaufnahme umso kürzer ausfiel, je stärker die Fatigue ausgeprägt war. Die Gruppe vermutet, dass dieses Resultat mit einem veränderten Tag-Nachtrhythmus der Betroffenen zusammenhängen könnte, sie also innerhalb von 24 Stunden mehr schlafen und dadurch weniger Gelegenheit zum Essen und Trinken haben. Da im Rahmen des Projekts nur eine kleine Gruppe an Teilnehmenden über lediglich einen Monat beobachtet wurde, sind die Forscher der Meinung, dass ihre Arbeit mit einer grösseren Gruppe und über einen längeren Zeitraum wiederholt und dabei auch Personen mit anderen MS-Formen eingeschlossen werden sollten.

«MS State of the Art Symposium»

Das «MS State of the Art Symposium» ist der bedeutendste Fachkongress zu Multipler Sklerose in der Schweiz und wird von der Schweiz. MS-Gesellschaft und ihrem Wissenschaftlichen Beirat organisiert. Dieses Jahr fand das Symposium aufgrund der Pandemiesituation am 23. Januar 2021 in virtueller Form statt.

>> Weitere Informationen zu den von der MS-Gesellschaft geförderten Forschungsprojekten


Wir danken den folgenden Sponsoren für ihre Unterstützung des «MS State of the Art Symposiums»

Gold Sponsor
Hollister (Schweiz) / Liberty Medical Switzerland AG

Silver Sponsors
Rehaklinik Zihlschlacht AG | AsFam GmbH

Bronze Sponsors
Berner Klinik Montana | heimelig betten AG | Publicare AG

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