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Tierisch gute Freunde: Viola & Buddy

Ich bin Viola, am 29.07.1996 geboren – also 26 Jahre jung. Ich bin unheilbar positiv. Liebe das Leben, in all seinen Facetten. Mit meinem Partner und meinem Hund wohne ich in Sursee und zu dritt meistern wir den Alltag.

Zurzeit mache ich eine Zweitausbildung – ursprünglich bin ich gelernte Köchin, aber meine MS, liebevoll «Miststück» genannt, hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht, darum die Zweitausbildung zur Kauffrau.

Und wer ist dein «tierischer Freund»?
Meine Fellnase ist Buddy. Border Colli, knapp 11 Monate jung. Ein riesiges Pubertier. Unglaublich sensibel. Hat sehr viel Blödsinn um Kopf und noch viel mehr Liebe zu geben. Er ist meine tägliche Herausforderung und mein tägliches Wunder.

Wie habt ihr zueinander gefunden?
Mein Partner und ich wollten schon sehr lange einen Hund – jedoch hatten wir keine Ahnung, welche Rasse wir wollen, ob aus dem Tierschutz oder nicht und wann es genau so weit sein wollte, wussten wir auch nicht. Wir hatten von der Wohnungsverwaltung nicht einmal das OK für einen Hund. Dank meiner MS-Diagnose haben wir schlussendlich das OK für die Hundehaltung bekommen (die MS hat auch ganz klar ihre Vorteile :-). 

Irgendwann, nach ständigem Googeln ist mir Buddy begegnet – an einem Freitagabend haben wir ihn zum ersten Mal besucht und am nächsten Tag sofort mit nach Hause genommen – die beste Entscheidung überhaupt. Aber eigentlich haben nicht wir Buddy ausgesucht, sondern er uns.

Kaum zur Tür rein, war Buddy bei uns und wich uns nicht mehr von der Seite.

Wirkt sich dein Tier positiv auf deinen Alltag mit Multipler Sklerose aus? Welche körperlichen und psychischen Vorteile bringt dir euer Zusammenleben?
Oh ja. Buddy wirkt sich unglaublich positiv auf meinen Alltag aus. Klar, manchmal ist er furchtbar nervig, raubt viel Energie und macht mich einfach nur müde. Aber er ist immer da für mich. Selbst wenn ich mal null Bock habe, nach draussen zu gehen, ich muss. Und das ist gut so.

Wir machen sehr viel zusammen. Nebst den täglichen Spaziergängen besuchen wir wöchentlich das Dogcross (eine Art Hindernis-Parcours) und die Hunde-Plauschgruppe. Buddy braucht unbedingt Kopfarbeit und viel Auslastung – das tut auch mir sehr gut!

Wenn ich jemandem zum Kuscheln brauche, ist er der Erste der hilft. Er weiss genau was ich brauche. Auch für die Psyche ist es eine pure Bereicherung. – ich empfehle eh‘ allen einen Hund, ganz egal ob mit oder ohne MS.

Gibt es auch Probleme oder Sorgen?
Natürlich, manchmal mache ich mir Sorgen, ob ich Buddy immer gerecht werden kann. Aber was bleibt mir denn für eine andere Wahl? Kinder geben wir ja auch nicht einfach wieder ab. Spass beiseite. Ich bin ja nicht allein, ich habe ja noch meinen wundervollen Partner Sascha. Ohne ihn wäre das ganze überhaupt nicht möglich und er ist eine unglaublich grosse Stütze! Danke an dieser Stelle.

Kannst du anderen MS-Betroffenen dein Haustier empfehlen? Welche Voraussetzungen müssen für eine funktionierende «Partnerschaft» definitiv erfüllt sein?
Die wichtigste Voraussetzung ist ganz klar, Liebe, Zeit und Vertrauen. Alles andere ergibt sich dann.

Ich wünsche allen von Herzen alles alles Liebe und hey, die MS ist nicht immer negativ. Ich glaube, dass sollten wir uns viel öfters mal in Gedanken vor Augen halten.

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