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Schweizer MS Register: MS beeinflusst das Arbeitsleben

Arbeiten bedeutet für viele Menschen eine gewisse finanzielle Sicherheit, Struktur im Leben und oft auch soziale Kontakte. Was ist, wenn die Arbeitsstelle wegen einer chronischen Krankheit zunehmend gefährdet ist? Viele MS-Betroffene kennen diese Erfahrung.

Multiple Sklerose tritt häufig in einem Alter auf, in dem die meisten Personen mitten in einer Ausbildung oder im Arbeitsleben stehen. Tatsächlich gehen 2 von 3 Register-Teilnehmenden unter 65 Jahren im Schweizer MS Register einer Vollzeit- oder Teilzeiterwerbsarbeit nach. Erste Daten des MS Registers zeigen aber auch, wie mit zunehmendem Alter, aber auch mit ansteigender Dauer der MS-Erkrankung, immer mehr Personen aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Ein möglichst langer Verbleib im Arbeitsleben ist für viele MS-Betroffene wichtig. Doch welche Faktoren fördern oder hemmen die Erreichung dieses Ziels? Hierzu gibt es bereits Studien, doch legen diese oftmals einen Schwerpunkt auf körperliche und krankheitsspezifische Aspekte. Inwiefern verschiedene Krankheitsausprägungen auch tatsächlich zu einer «Behinderung » werden, hängt aber auch vom Arbeitsumfeld ab. Beispielsweise können ein angepasster Arbeitsplatz oder ein verändertes Aufgabengebiet körperliche Einschränkungen gut kompensieren.

Erstmals Studie zum Arbeitsumfeld

Welche Rahmenbedingungen ein möglichst langes Verbleiben im Arbeitsleben fördern, ist bislang hingegen wenig untersucht. Hierzu hat das Schweizer MS Register gemeinsam mit dem Team von Prof. Georg Bauer, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universität Zürich, eine Auswertung lanciert: Neben persönlichen Arbeitseinstellungen wird darin auch das Arbeitsumfeld genauer unter die Lupe genommen. In dieser Umfrage gaben 334 von 517 (65%) MS-Betroffenen an, dass sie gegenwärtig noch Voll- oder Teilzeit arbeiten. Von den arbeitenden MS-Betroffenen fühlen sich 62% im Arbeitsleben nicht durch die MS eingeschränkt. In der Umfrage wurde auch erfasst, wie sicher sich Betroffene fühlen, dass sie auch in den nächsten zwei Jahren noch in der Lage sein werden, die aktuelle Arbeitstätigkeit auszuüben. Bei Betroffenen ohne Arbeitseinschränkungen fühlten sich 95% ziemlich sicher (höchstmögliche Kategorie), bei Betroffenen mit Einschränkungen waren es hingegen 61%. Mit Arbeitseinschränkungen gehen vermehrt Zukunftssorgen einher. Fast jede dritte betroffene Person mit Einschränkungen im Arbeitsleben gab an, dass sie manchmal bis häufig die Angst verspüre, sich im Falle eines Arbeitsverlustes nicht mehr ernähren zu können. Im Vergleich dazu waren diese Ängste bei Betroffenen ohne Einschränkungen mit 14% viel weniger häufig anzutreffen.

Viele neue Unsicherheiten

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass MS-Betroffene in beruflicher Hinsicht in mehrfacher Weise unter Druck geraten können: Einerseits erschweren Begleiterscheinungen der MS das Erfüllen der Arbeitsvorgaben, andererseits kann eine Veränderung des Arbeitsumfelds oder der Tätigkeit viele neue Unsicherheiten hervorrufen, auch wenn diese hinsichtlich körperlicher Einschränkungen sinnvoll sind und zu Entlastungen führen. Tatsächlich wurde bei 12% der Personen mit Einschränkungen im Arbeitsleben von einem Arzt empfohlen, nicht mehr zu arbeiten, im Vergleich zu 1% bei Betroffenen ohne Einschränkungen.

Beratung rund ums Thema Finanzen

Arbeitstätigkeit ist eng mit finanziell existenziellen Fragen verknüpft, deshalb lohnt es sich in den meisten Fällen, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Das kompetente Beratungsteam der MS-Gesellschaft hilft MS-Betroffenen und deren Angehörigen gerne weiter: MS-Infoline 0844 674 636 (Mo. - Fr. von 9 - 13 Uhr)

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