Exoskelett: erste Versuche fallen positiv aus
Eine MS kann zu Einschränkungen in der Gehfähigkeit führen. Exoskelette, d.h. am Körper getragene, durch Elektromotoren bewegte Schienen, könnten dazu eingesetzt werden, um die Bewegungen von aussen zu unterstützen und so die Gehfähigkeit zu verbessern. Weltweit gibt es aber nur wenige Geräte, die den Trägerinnen und Trägern sowohl das Gehen wie auch das Halten des Gleichgewichts erleichtern. Das Exoskelett «AUTONOMYO» ist eines davon. AUTONOMYO erkennt die Bewegungen und Absichten seines Trägers und hilft bei der Ausführung. Die Unterstützung kann individuell angepasst werden. Es lässt sich sogar für jedes Gelenk einzeln definieren, wie gross die Leistung der Elektromotoren sein soll.
Im Rahmen einer von Dr. Mohamed Bouri und Dr. Amalric Ortlieb (EPFL Lausanne, REHAssist) geleiteten Studie konnten bisher 8 Personen mit MS und 12 gesunde Vergleichspersonen AUTONOMYO dreimal für jeweils etwa 30 Minuten testen. Alle Teilnehmenden mit MS waren in der Lage, mithilfe des Exoskeletts zu gehen. Es schien dabei insbesondere Ausgleichsbewegungen zu korrigieren.
Einige Teilnehmende berichteten über ein vorübergehendes Verschwinden des Taubheitsgefühls in ihren Beinen, andere hatten den Eindruck, dass ihre Gehfähigkeit stark verbessert wurde. Als Nachteil des Exoskeletts wurde angesehen, dass es nur mithilfe von zwei weiteren Personen angelegt werden konnte. Nach diesen ersten, positiven Erfahrungen sollen weitere Tests mit AUTONOMYO folgen.