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Gesichter der MS: Moni Blöchliger

Diese Serie ist anders. Nicht Dritte oder Unbeteiligte reden über MS und Menschen mit MS. Sondern MS-Betroffene selbst sprechen über ihr Leben mit einer unheilbaren Krankheit, ihre Hoffnungen, ihre Ängste. Wie die Krankheit sie fordert, aber auch, wie die MS sie vielleicht stärker gemacht hat. Wie eng gute und schlechte Erfahrungen beieinander liegen.

Wer bist du? Wie alt bist du?
Also ich bin Moni Blöchliger und bin 40.

Wie lange bestanden bei dir schon die Symptome vor der Diagnose?
Ein halbes Jahr vor der MS Diagnose sah ich während eines Tennismatches plötzlich nichts mehr. Ursache war eine Sehnerv-Entzündung.

Wie und in welchem Alter wurde dir die Diagnose MS vermittelt?
Die MS Diagnose wurde mir vermittelt, als ich 16 Jahre alt war.

Was war dein erster Gedanke nach der Diagnose MS?
Ich war noch so jung, ich verstand das noch gar nicht, obwohl mein Onkel väterlicherseits auch MS hatte, er ist mittlerweile verstorben. Und meine Mutter hat auch MS.

Welche Symptome machen dir am meisten zu schaffen? Wo behindern dich die Symptome im Alltag, wie beeinflusst die MS deine Lebensqualität?
Müdigkeit, Traurigkeit, Depressionen, Angst und Panikattacken. Inkontinenz und Hautausschläge, Psoriasis. Auch meine Augen funktionieren nicht mehr so, wie ich es gerne hätte. Die MS beeinflusst meinen Alltag sehr. Durch meine vielen Medikamente hatte ich 20 Kilogramm zugenommen. Jetzt habe ich zum guten Glück schon wieder 9 Kilo runter gebracht.

Wie geht dein privates Umfeld, also Familie, Freunde, Partner, mit deiner Krankheit um?
Wie gehen meine Lieben mit dem um? Sie unterstützen mich wo sie nur können. Da wie schon gesagt meine Mutter auch MS hat, versteht sie mich von allen am besten. Auch mein Mann steht mir bei und fährt mich, wenn immer möglich zu den unzähligen Arztterminen, da ich das leider wegen meiner Panikattacken auch nicht mehr alleine bewältigen kann. Auch sonst gibt es viele Leute, die für mich da sind.

Wie ist die Situation an deiner Arbeitsstelle?
Ich kann schon lange keine Arbeit mehr ausführen.

Wie entspannst du dich? Welchen Rat hast du für andere MS-Betroffene?
Ich entspanne mich, wenn ich mich hinlegen kann, am Handy Videos schauen kann oder mit  meinen geliebten zwei Katzen oder dem Hund kuscheln kann. Kochen und Backen liebe ich auch.

Was macht dir in Bezug auf MS Angst?
Die grösste Angst habe ich, dass ich mal erblinden könnte, im Rollstuhl lande oder nicht mehr schlucken könnte und ersticken würde.

Was gibt dir in Bezug auf MS Hoffnung?
Die neue Infusion Ocrelizumab, die ich jetzt im Februar zum fünften Mal bekomme.

Wenn du 3 Wünsche frei hättest: Welche wären das?
Wünsche? Keine Schübe mehr, allgemein, dass sich mein Zustand verbessert und dass all meine Lieben und natürlich meine Tiere gesund bleiben oder so gut es geht, alles gut meistern.

Hattest du im Zusammenhang mit MS lustige und/oder traurige Erlebnisse?
Also ich hatte leider nur traurige Erlebnisse und werde nicht näher darauf eingehen, da mich das wieder sehr traurig machen würde. Oder doch, ein gutes Erlebnis gibt es: Ich war vor fünf  Wochen in der Reha in Valens und habe dort so viele gute, liebe Menschen kennengelernt.

Welche Beziehung hast du zur Schweiz. MS-Gesellschaft?
Die MS-Gesellschaft hat mir und meinem Mami schon bei vielen Fragen sehr geholfen. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich Schweizerin bin und hier so gut aufgehoben.

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