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Serie MS-Forschende im Kurz-Portrait: Priska Zuber

Diese Serie portraitiert Forschende, die mit viel Beharrlichkeit und Herzblut auf der Suche nach Antworten zur MS sind - und ihre von der MS-Gesellschaft geförderten Projekte. In dieser Folge: Priska Zuber, MSc.

Seit 60 Jahren unterstützt die MS-Gesellschaft dank finanzieller Zuwendung von Mitgliedern, Spenderinnen und Spendern die MS-Forschung. Dazu gehört die Grundlagenforschung, um zum Beispiel Medikamente zu entwickeln oder mögliche Ursachen der MS aufzudecken. Dazu gehören Forschungsstudien, die ein breites Spektrum medizinischer, pflegerischer, psychologischer und sozialer Themen aufgreifen. Übergeordnetes Ziel jeglicher Forschung ist entweder, die Lebensqualität von Menschen mit MS zu verbessern oder die MS eines Tages heilbar zu machen.

Priska Zuber

Sie forscht an der Universität Basel zum Thema «Mechanismen einer vierwöchigen stationären Rehabilitation bei Patienten mit Multipler Sklerose: eine multimodale MRT-Studie».

Ihr Projekt

Rehabilitationsprogramme stellen einen wichtigen Baustein im Therapiekonzept von Menschen mit MS dar, doch trotzdem sind die zugrunde liegenden Wirkmechanismen im Gehirn bis heute kaum untersucht worden. Das Ziel unserer Forschung ist es deshalb, mit Hilfe von bildgebenden Verfahren Magnetresonanztomographie (MRT) die Mechanismen zu untersuchen, welche die Wirksamkeit der Rehabilitation vermitteln. Dazu wurden 24 an MS erkrankte Menschen vor und nach einem dreiwöchigen stationären  Rehabilitationsaufenthalts mittels MRT untersucht, um die durch die Rehabilitation verursachten Effekte auf die Funktion und Struktur des Gehirns besser zu verstehen.

Unsere Resultate zeigten, dass der Rehabilitationsaufenthalt bei den Betroffenen zu einer besseren Gehfähigkeit, weniger wahrgenommenen Fatigue, einer besseren Leistung in der Durchführung von motorischen Lernaufgaben und einer höheren Lebensqualität führte. Ergänzend zu diesen Ergebnissen konnte eine reduzierte Hirnaktivität während einer motorischen Lernaufgabe nach der Rehabilitation bei den Menschen mit MS gezeigt werden. Dies könnte bedeuten, dass Gehirnregionen, die für das Lernen von Bewegungen verantwortlich sind, nach einer Rehabilitation effizienter genutzt werden. Insgesamt deuten die Resultate darauf hin, dass eine stationäre Rehabilitation einen positiven Effekt auf verschiedene Symptome der MS hat und diese Effekte auch in der Hirnaktivität ersichtlich sind.

Ihre Motivation

«Zu sehen, dass Rehabilitationsprogramme zu grossen Verbesserungen der Symptome und somit auch zur Steigerung der Lebensqualität von Menschen mit MS führen, erfüllt mich mit viel Freude. Dass ich damit Betroffenen direkt helfen kann motiviert mich stark, um weiterhin Rehabilitationsprogramme zu erforschen und zu entwickeln.»

Priska Zuber, MSc, studierte Psychologie mit dem Schwerpunkt klinische Psychologie und Neurowissenschaften an der Universität Basel. Während dem Masterstudium (MSc) arbeitete sie als Hilfswissenschaftlerin in der Forschungsgruppe geleitet von Dr. phil. Stefano Magon im Medical Image Analysis Center (MIAC), welches an das Universitätsspital angegliedert ist. Ihre Tätigkeiten umfassten die Mitarbeit an Forschungsprojekten im Bereich der kognitiven Trainings bei gesunden Menschen und Rehabilitation bei Menschen mit MS. Um die Forschung in diesen Bereichen nach dem Masterstudium weiter verfolgen zu können, ist sie nun Doktorandin in der Abteilung für Kognitive Neurowissenschaften an der psychologischen Fakultät der Universität Basel.

Das Hauptforschungsinteresse ihrer Dissertation liegt einerseits in der Untersuchung von zugrunde liegenden Hirnmechanismen stationärer Rehabilitationsprogramme bei Menschen mit MS anhand von Magnetresonanztomografie (MRT) und der Entwicklung und Untersuchung von kognitiven Trainingsprogrammen. In ihrem vom Schweizer Nationalfonds unterstützten Forschungsprojekt entwickelte sie ein Arbeitsgedächtnistraining in Form einer Applikation für Tablet-Geräte und untersucht dieses zur Zeit auf seine Wirksamkeit in der Erhöhung von kognitiven Funktionen bei gesunden Probanden, um anschliessend wirksame kognitive Rehabilitationsprogramme für Menschen mit MS entwickeln zu können.

Als Ausgleich zu ihrer Forschung an der Universität Basel verbringt sie viel Zeit mit ihrem kleinen Hund auf ausgedehnten Spaziergängen oder Wanderungen in den Bergen und macht viel Sport. Darüber hinaus widmet sie sich so oft es geht kleineren oder grösseren Reisen um fremde Welten, andere Kulturen und kulinarische Spezialitäten kennenzulernen.

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