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#MiteinanderStark: Luigi Risoli

Angehörige oder Partner von MS-Betroffenen sind Mit-Betroffene: Sie müssen oft eigene Lebenspläne anpassen, je nach Krankheitsverlauf neue Verantwortlichkeiten übernehmen und viel Geduld, Mut und Zeit aufbringen. Ihr Recht, mitzusprechen, verdienen sie sich Tag für Tag. Einige davon kommen hier zu Wort... 

Was bedeutet MS für dich?
MS ist auch als die «Krankheit mit den 1000 Gesichtern» bekannt. Ich bezeichne MS als «Multisport». Verschiedene Sportarten (Disziplinen), die das gleiche Ziel haben. Bei der MS ist dies dasselbe. Jeder Betroffene hat einen anderen Verlauf der Krankheit, aber alle haben das gleiche Ziel: «Kämpfen, um das Beste herauszuholen.»

Was verstehst du unter #MiteinanderStark?
Miteinander sprechen, diskutieren, Meinungen austauschen, das Gute und das Schlechte zusammen teilen.

Hast du einen Wunsch an «deine» MS-betroffene Person?
Dass sie weiterhin ein positives Denken hat und ihren Mut nie verliert. Ich finde diese Frage ziemlich schwierig, weil die meisten betroffenen Personen eine starke Persönlichkeit entwickeln.

Hast du eine Botschaft an alle MS-betroffenen Personen?
Leider ist es momentan so, dass die Krankheit unheilbar ist, deshalb kann ich allen MS-Betroffenen nur raten, mit der Krankheit leben zu lernen, sie so weit es geht, zu akzeptieren. Ein Teil ihres eigenen Ichs werden zu lassen, wie ein Rucksack, der dich das ganze Leben begleitet, mit positiven, wie auch negativen Eindrücken und Erfahrungen.

Sich so viel wie möglich zu informieren, so dass man sich ein Wissen aufbauen kann - und das Beste daraus macht.

Mit informieren meine ich nicht im Internet zu surfen und nur das nehmen, was man hören möchte, sondern Ärzten, Spitälern, MS-Gesellschaft und Leuten vertrauen, die selber betroffen sind.

Hast du einen Wunsch an die Politik?
Nein.

Einen Wunsch an die Gesellschaft (also alle Schweizerinnen und Schweizer)?
Die heutige Gesellschaft ist mit Vielem beschäftigt und manchmal vergisst sie, sich die Zeit zu nehmen, um Zeit zu verschenken. Zeit ist das Wertvollste, das wir MS-Betroffenen schenken können.

Es ist so, dass der grösste Teil der Gesellschaft der Meinung ist, dass sie mit einer behinderten/kranken Person überfordert sind, geschuldet fehlendem Wissen, wie sie sich verhalten müssen, etc. Man vergisst auch, dass auch die Angehörigen Zeit zum Regenerieren brauchen, um neue Kräfte zu tanken. Darum wünsche ich mir, dass die Gesellschaft den Angehörigen unter die Arme greift, zum Beispiel mit den MS-Betroffenen Spaziergänge macht, Kino-, Museums-, Zoo- und Parkbesuche oder auch einfach mal telefonisch Kontakt hält.
 

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