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Kindercamp 2022: Reise um die Welt in sieben Tagen

«Oh nein, morgen kommen sie mich schon abholen.» Was der junge Mann mit einem Gesicht sagt, als hätte er einen Geist unter dem Bett gesehen, ist in Wirklichkeit ein grosses Kompliment ans Kindercamp 2022. Denn das war mega cool: Trotz tropischer Temperaturen bei Tag und Nacht wollte niemand nach Hause…

Abenteuer rund um die Erdkugel
In Jule Vernes Klassiker «Reise um die Erde in 80 Tagen» brauchen die Helden deutlich länger. Die 20 Mädchen und Jungs von 7 bis 16 Jahren sind in Schönenberg (ZH) dagegen mit Top-Speed unterwegs. Montags in Europa, den Dienstag verbringt man in Afrika, der Mittwoch gehört Asien, der Donnerstag Ozeanien und am Freitag schlägt man auf dem amerikanischen Kontinent seine Zelte auf.

Immer auf den Erdteil abgestimmt: die Mahlzeiten und die Aktivitäten. So reicht die anspruchsvolle Bandbreite für die 2-Mann/Frau-Küchenbrigade von Fufu mit Gemüseeintopf (Afrika), über Nasi Goreng (Asien) bis zu den immer leckeren heimischen «Älplermagroni» mit Apfelmus. Bei den Aktivitäten stehen Pfeilbogenschiessen, Geheimnisse entdecken im Wald und vor allem das Lama Trekking gaaaaaaanz hoch im Kurs.

Einfache Dinge schätzen
Aber das Gute liegt auch sehr nahe und braucht manchmal nur wenig Aufwand, um Gemeinschaftsgefühl und unvergessliche Momente zu schaffen: unter freiem Himmel schlafen, ein grosses Lagerfeuer entfachen, alte Lieder und Chart-Songs singen, von der Gitarre begleitet, oder eine spannende Abenteuergeschichte erzählt bekommen, noch eine zweite… und dann eine grosse Stille… und viele Kids, die in den Schlaf gesunken sind oder einfach den fantastischen Sternenhimmel über dem Zürichsee beobachten und dabei Sternschnuppen zählen und sich vielleicht wünschen, dass die Zeit jetzt einfach stehen bleibt, ewige Ferien.

«Ganz viel Mitenand»
Auf einer Skala von 1 (schon okay) bis 10 (wunderbar) wertet Kindercamp-Leiterin Esther Merian das Camp 2022 mit einer glatten 10. Einmal, weil das Programm liebevoll umgesetzt wurde und allen unglaublich viel Spass gemacht hat. Dann, weil von den Erlebnispädagogen über das Küchenteam bis zu den Freiwilligen alle mit Herz dabei waren, immer mit dem Ziel unterwegs, den Kids eine grossartige Zeit zu ermöglichen. Und zum Schluss, weil da unter den «zusammengewürfelten» Kindercampern vom ersten Moment an «ganz viel Mitenand» zu spüren war. Es war berührend, wie die älteren Kids die Jüngeren unterstützt haben, sei es, wenn am Anfang ein Hauch von Heimweh weggetröstet sein wollte oder wenn jemand in einem Spiel vorangehen und Verantwortung übernehmen musste. Wirklich beeindruckend.

Ah. Der junge Mann hat am Ende doch seine Eltern mit total viel Wiedersehensfreude in die Arme geschlossen. Sogar die kleine Schwester, die dabei war. Jetzt heisst es, den Sommer geniessen und sich auf 2023 freuen. Und dann einfach wieder kommen, ins nächste Kindercamp.

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