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Interview mit PD Dr. Tim Vanbellingen

Zum Welt MS Tag stehen Forschende Red’ und Antwort, die mit ihren Projekten das Wissen über MS und den Alltag von Betroffenen verbessern. Tim Vanbellingen ist Forscher und Leiter für motorische Therapien am Luzerner Kantonsspital.

Was bedeutet MS für dich?
Für mich als Spezialist und als Individuum ist MS eine heimtückische Krankheit, die dank eines guten multidisziplinären Ansatzes, d.h. sowohl medizinisch als auch therapeutisch, symptomatisch behandelt werden muss. Der Schwerpunkt sollte immer auf der Verbesserung der Lebensqualität der direkt und indirekt Betroffenen (z. B. Angehörige) liegen. Da Menschen mit MS häufig sehr früh an MS erkranken, begleitet sie diese Krankheit über einen längeren Zeitraum. Das Familienleben, die tägliche Arbeit und die Hobbys werden beeinflusst und es ist eine Herausforderung für alle, so gut wie möglich damit umzugehen. Ich empfehle jedem, frühzeitig Hilfe zu holen, wobei die Schweiz. MS-Gesellschaft grossartige Unterstützung bieten kann. Gemeinsam sind wir am stärksten gegen diese Krankheit.

Was verstehst du unter Miteinander stark?

Für mich als Kliniker und Forscher ist ein «Miteinander aktiv» der beste Weg, mit den beteiligten Personen zusammenzuarbeiten. Neue Forschungsergebnisse sollten in meine tägliche Arbeit integriert werden und es muss immer eine interdisziplinäre Zusammenarbeit angestrebt werden.

Was bewirkst du mit deiner Forschung?
Bei meiner klinischen Forschung, die sich hauptsächlich auf Rehabilitationsmassnahmen konzentriert, liegt der Schwerpunkt immer auf der Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. In den letzten Jahren habe ich mich auf die Entwicklung neuer und innovativer Methoden zur Verbesserung der Geschicklichkeit konzentriert. Jetzt interessiert mich auch die Auswirkung intensiverer Trainingsmodalitäten auf Müdigkeit und andere nichtmotorische Symptome wie Kognition, Depression usw.

Was inspiriert dich, immer weiterzumachen/weiter zu forschen?
Der innere «Antrieb», weiterzumachen, weiter zu forschen, ist genau dort, wo ich Menschen unterstützen und helfen kann. Es liegt in meiner Natur und ich fühle auch ein gewisses Verantwortungsbewusstsein, mein Wissen zu teilen, das sich aus meiner Forschung ergibt.

Wenn du dir alles wünschen könntest, welchen Wunsch hättest du an die Politik und welchen an die Gesellschaft?
An die Politik hätte ich den Wunsch, offen zu sein für nicht-medikamentöse Therapieansätze bei der MS-Behandlung. An die Gesellschaft den Wunsch offen zu sein und zu bleiben für MS-Betroffene, da sie wie jeder andere Mensch auf der Welt auch nur einen gewissen «Rucksack» mitschleppen und ihren Platz in unserer Gesellschaft genauso verdienen.

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