Viele Stimmen, eine starke Gemeinschaft – das war das Mitgliederfest 2026

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Im Forum Fribourg wurde am Samstag, 6. Juni 2026, eindrücklich sichtbar, was eine starke Gemeinschaft ausmacht: Menschen, die einander Kraft geben, sich austauschen und sich mit grossem Engagement für dieselbe Sache einsetzen. Junge, aber auch erfahrene Stimmen, inspirierende Gespräche, Soul-Pop-Klänge und zahlreiche Gänsehautmomente machten das diesjährige Mitgliederfest der MS-Gesellschaft zu einem unvergesslichen Erlebnis.

«I mach nur das, was für mi stimmt, los nur uf das, was mi würkli au witerbringt», sang die junge Bündnerin Any Sabadi, selbst von MS betroffen, und sorgte mit ihrer Band für einen schwungvollen Auftakt mit Soul-Pop-Klängen.

Moderator Kay Schubert führte durch das abwechslungsreiche Programm und bat zu Beginn den Präsidenten Prof. Dr. med. Jürg H. Beer, Direktorin Patricia Monin und Marianna Monti, Regionenvertreterin Romandie und italienische Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung, auf die Bühne. Das Trio begrüsste die zahlreich erschienenen Gäste ganz herzlich und rückte die zentralen Symbole der Vision der MS-Gesellschaft in den Fokus: das Haus und den Kompass. Während das Haus für Sicherheit, Halt und einen verlässlichen Ort der Unterstützung steht, symbolisiert der Kompass neben Orientierung und Begleitung von Menschen mit MS auch den ganz individuellen Kompass aller, die Unterstützung bei der MS-Gesellschaft suchen.

Sie verdeutlichten auch, wofür sich die MS-Gesellschaft einsetzt: für eine bedarfsgerechte Unterstützung von Menschen mit MS und deren Angehörigen sowie für die Förderung der Forschung – für mehr Lebensqualität. Im Zentrum steht gelebte Solidarität, damit Hilfe dort ankommt, wo sie am meisten bewirkt, und niemand mit seinen Sorgen alleingelassen wird.

Vorhang auf für die Regionalgruppen

Martina Tomaschett, Florence Malloth und Rafaela Zysset bilden die Regionalgruppen-Kommission. Sie gaben in einer moderierten Runde wertvolle Einblick in die wichtige Arbeit der Regionalgruppen (RG) in allen drei Landesteilen.

Und sie ehrten sieben RG: die RG St. Gallen / Appenzell für 50 Jahre Bestehen, die RG Burgdorf für 40 Jahre sowie die RG Fürstentum Liechtenstein/Oberrheintal und Oberwallis für je 30 Jahre. Ihr 10-jähriges Jubiläum feierten Sport & Mouvement «Aquagym Lausanne», Sport & Mouvement – Riviera «Les Libellules» und SMile. Zusammen ergibt das 180 Jahre gelebtes Engagement – einfach grossartig!

Wiederwahlen und eine herzliche Verabschiedung

Wie jedes Jahr durfte auch die Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse am Mitgliederfest nicht fehlen. Prof. Beer bedankte sich für das Vertrauen der Mitglieder und präsentierte die Resultate, die durchwegs sehr positiv ausgefallen waren. So waren das Protokoll der Mitgliederversammlung 2025 sowie die Jahresrechnung und der Jahresbericht 2025 mit einem überwältigenden Mehr genehmigt worden. Der Vorstand hatte die Décharge erhalten, und die Mitgliederbeiträge sowie die Revisionsstelle wurden bestätigt.

Zudem waren Martina Tomaschett, Dr. med. Dr. sc. nat. Roman Gonzenbach und Prof. Dr. med. Andrew Chan für eine weitere Amtszeit wiedergewählt worden – herzliche Gratulation! Und nach 12 Jahren im Vorstand wurde Alex Rubli unter grossem Applaus verabschiedet. Von Herzen danke für das wertvolle Engagement!

Gesprächsrunden eröffneten spannende Perspektiven

Statt Referaten setzte das Mitgliederfest in diesem Jahr auf Gesprächsrunden, die neue und wissenswerte Perspektiven eröffneten. Dr. med. Lara Diem und Dr. med. Claude Vaney zeigten auf, wie sich die MS-Therapie in den vergangenen 15 Jahren verändert hat – von eher reaktiven zu proaktiveren Behandlungsmöglichkeiten. Und sie hielten fest, dass trotz medizinischer Fortschritte die Beziehung zwischen Ärztin oder Arzt und Betroffenen zentral bleibt. Ebenso wichtig seien breite, personalisierte Therapien, die zum Alltag und Lebensplan der Betroffenen passen.

Co-Direktor Dr. Christoph Lotter und Marianna Monti gaben Einblick in das Engagement der MS-Gesellschaft, wie beispielsweise die Förderung vielversprechender MS-Forschungsprojekte und neuer Unterstützungsangebote. Vorgestellt wurde unter anderem der «Peer Support» – ein Angebot von «erfahrenen» und geschulten Betroffenen für Betroffene mit Fragen rund um MS. Dass dieses einem echten Bedürfnis entspricht, zeigt sich auch daran, dass bereits im ersten Jahr mehr als 100 Anfragen eingingen.

Besonders persönlich war die Gesprächsrunde mit jungen Menschen mit MS. Sie berichteten unter anderem über ihr Engagement in neuen Formaten der MS-Gesellschaft – darunter «Multiple Sound», dem neuen Musik- und Begegnungsformat – sowie in den Regionalgruppen für junge Betroffene und über das grosse Bedürfnis nach Austausch. Ihre Erfahrungen machen deutlich, wie wichtig Verbindung, gegenseitiges Verständnis und passende Angebote für unterschiedliche Altersgruppen sind.

MS-Preis 2026 geht in die Romandie

Ein besonderer Gänsehautmoment am Mitgliederfest ist traditionell die Verleihung des MS-Preises. Geehrt wurde Florence Malloth aus der Romandie, die sich seit über 27 Jahren ehrenamtlich und mit viel Herzblut in der Regionalgruppenarbeit der MS-Gesellschaft engagiert. Ihr grossartiger Einsatz steht für gelebte Solidarität, verbindende Begegnungen und ein tiefes Verständnis für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörigen.

Florence Malloth bedankte sich herzlich für den MS-Preis: «Ich bin wirklich sehr gerührt. Es ist für mich eine Anerkennung und eine Ehre. Meine Geschichte mit der MS-Gesellschaft begann schon vor langer Zeit. Seit 37 Jahren lebe ich mit MS, und die Gründung der Regionalgruppe «Arc-en-ciel», 10 Jahre nach meiner Diagnose, kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Und man kann sagen, dass die MS-Gesellschaft auch meine Familie ist.»

Danke und bis nächstes Jahr

Ein wichtiger Teil des Programms waren auch Forscherinnen und Forscher, die vor Ort Einblicke in ihre aktuellen, von der MS-Gesellschaft unterstützten Projekte gaben und mit den Gästen direkt ins Gespräch kamen.

Bevor sich die Gäste auf den Heimweg machten, setzte Any Sabadi gemeinsam mit ihrer Band den musikalischen Schlusspunkt – unter anderem mit ihrem Multiple-Sklerose-Song und den Zeilen: «Multiple Skleros danka fürd Rosa. Mis Leba fangt doch erst gad ah! Trotzdem han i d’Hosa ah».

Ein herzliches Dankeschön an alle, die dieses besondere Fest möglich gemacht und mit ihrer Präsenz, ihrem Engagement und ihrer Offenheit bereichert haben. Die MS-Gesellschaft freut sich schon jetzt auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Deshalb schon jetzt das Datum für 2027 reservieren: Das nächste Mitgliederfest findet am 5. Juni 2027 im Verkehrshaus Luzern statt.