Der Angehörigen-Brunch: Erlebnis und besondere Wertschätzung

Der 30. Oktober als Tag der pflegenden und betreuenden Angehörigen fiel 2026 auf einen «gewöhnlichen» Wochentag. Um Partnerinnen und Partnern, Eltern und Geschwistern von MS-Betroffenen einen entspannten Rahmen zu bieten, wurden diese schon am Sonntag davor zum traditionellen «Angehörigen-Brunch» eingeladen – diesmal in Luzern.

Der grosse Tisch war voll bis auf den letzten Platz. Die Gäste so unterschiedlich wie ihre Erwartungen. Doch alle hatten eines gemeinsam: Eine ihnen nahestehende Person lebt mit MS – eine Tatsache, die auch sie vor Herausforderungen stellt. Im Vordergrund standen der Wunsch nach Austausch in lockerer Atmosphäre, das Interesse, zu erfahren, wie andere mit ihrer Lebenssituation umgehen – und natürlich, neue Menschen zu treffen und ihre Sichtweisen kennenzulernen.

Für einige war es ein freudiges Wiedersehen, andere kamen zum ersten Mal zum Brunch, offen für was auch immer sie erwartete. Die Teilnehmenden reisten aus den verschiedensten Regionen an – mit dem Velo von ganz nah oder mit dem Zug aus Bern, Zürich oder dem Kanton St. Gallen.

 

Zuhören, selbst erzählen - geben und nehmen
Nach der Begrüssung und einer kurzen Einführung durch Susanne Kägi, Co-Bereichsleiterin Beratung bei der MS-Gesellschaft, kamen die Gäste gerne ihrem Wunsch nach, sich auszutauschen und sich am wunderbaren Buffet zu bedienen. Mit Gesprächen zum perfekten Spiegelei oder den besten Früchten am Buffet wurde es schnell lebhaft am Tisch. Im Verlauf der Zeit wurde aufmerksam zugehört, gezielter gefragt und Erfahrungen geteilt.

Ein Partner erzählte, wie lange es gedauert hat, bis er sich seine Bedürfnisse eingestand, da er der Meinung war, sich zurücknehmen zu müssen. «Jetzt habe ich Zeit für meine Interessen, und meine Frau hat Zeit für ihre Interessen. Für uns beide ist das bereichernd».

Die diskutierten Themen waren vielseitig: Ein Elektro-Bett im ehelichen Schlafzimmer sieht dezent aus und erleichtert vieles. Der Kurs zum Umgang mit dem Rollstuhl der MS-Gesellschaft vermittelt Sicherheit. Einer Tochter geht es im Vergleich zum letzten Mal viel besser.

Die Plätze wurden auch mal getauscht und die Anwesenheit von Susanne Kägi genutzt, um Fragen zum Kindercamp oder Gruppenaufenthalt zu klären. Oder um Hinweise zur frühzeitigen IV-Sozialberatung oder zu passenden Veranstaltungen zu erhalten.

Inspiriert, angenehm gesättigt und nach drei Stunden, die wie im Flug vergingen, löste sich die Gesellschaft wieder auf.

Klares Feedback: Gut investierte Zeit
«Es tat so gut, die anderen wieder einmal zu sehen. Irgendwie gibt mir das einfach ein Gefühl der Zugehörigkeit». «Wir kamen ohne spezielle Erwartungen, aber es war mehr, als wir erwarteten». «Die Gespräche haben mich bestärkt und der Bruch war fantastisch. Danke.» «Ich werde die Beratungs- und Veranstaltungs-Inputs mit meiner Frau besprechen und wir komme gerne auf euch zu für die weitere Unterstützung». «Die Gesellschaft, der Austausch und die schöne Atmosphäre haben mir gutgetan», fasste eine weitere Teilnehmende den Brunch zusammen. 

Und Susanne Kägi selbst? Staunte wie jedes Jahr, wie selbstverständlich und einfach die Gäste aufeinander zugingen und ins Gespräch kamen. Wie sie sich entspannen und auch mal herzlich lachen konnten. So, wie es sein soll.