Psychische Gesundheit
Viele Betroffene nennen psychische Belastungen, Stress, Beziehungs- oder Familienprobleme und negative Kindheitserfahrungen als potenzielle Risikofaktoren für ihre MS. In einigen Fällen werden auch traumatische Ereignisse als mögliche Ursache genannt. Sowohl die psychische Gesundheit als auch die verbundenen Lebenserfahrungen könnten von Bedeutung für die Entwicklung von MS sein – darauf deuten zumindest die Umfragen aus dem Schweizer MS Register hin.
Auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass traumatische Stressereignisse das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen können. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer beeinträchtigten Immunfunktion und psychischen Belastungen sowie Stress. Letztere können sich auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche beziehen, zum Beispiel Arbeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, akute Lebenskrisen oder eine Kombination dieser Faktoren.
Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass psychische Belastung und Stress nicht nur langfristige, sondern auch unmittelbare Auswirkungen haben können – wie einen MS-Schub.
Körperliche Gesundheit
Die individuelle Darmflora
Seit ein paar Jahren weist die Forschung darauf hin, dass Bakterien im Darm Entzündungsprozesse im Gehirn bei der Multiplen Sklerose beeinflussen. Untersuchungen haben inzwischen eines deutlich gemacht: Das Darm-Mikrobiom von MS-Betroffenen unterscheidet sich von dem gesunder Kontrollpersonen.
Noch ist unklar, welche Darmbakterien die Krankheit oder einen Schub auslösen oder, wie die Bakterien auf die Veränderungen reagieren, die im Körper durch die Krankheit ausgelöst werden. Eine angepasste Ernährung kann die gesamte Darm-Flora aber beeinflussen.
Übergewicht
Der Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand ist gut belegt. Als mögliches Risiko zeigt die jüngere Forschung einen Zusammenhang zwischen Übergewicht im Kindes- und Jugendalter und einem erhöhten Risiko, später an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken auf. Das ist kein «sicherer Auslöser», aber ein messbarer Risikofaktor.
Besonders relevant scheint Übergewicht in der Pubertät (ca. 10–18 Jahre) zu sein. Zudem sind Mädchen stärker gefährdet als Jungen. Frühes Übergewicht (Kindheit) kann ebenfalls beitragen, vor allem wenn es bestehen bleibt.
Ungesunder Lebensstil
Eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und hoher Alkoholkonsum können Symptome oder Verlauf bei bestehender MS negativ beeinflussen.