MS-Risikofaktoren

Die genaue Ursache von MS ist bislang nicht bekannt. Die Forschung arbeitet aber laufend daran, Ursachen und Faktoren zu erkennen, die das Risiko für MS erhöhen könnten.

Welche Risikofaktoren gibt es bei MS?

Auch wenn die genauen Ursachen von MS noch nicht geklärt sind, geht man nach aktuellem Wissensstand davon aus, dass es genetische und umweltbedingte Risikofaktoren für MS gibt. 

Für genetische Faktoren spricht hauptsächlich die Beobachtung, dass die MS familiär gehäuft auftritt. Zu den wissenschaftlich etablierten Umweltfaktoren gehören Rauchen, Übergewicht im Kindes- und Jugendalter, ein niedriger Vitamin-D-Spiegel und eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). 

Auch die körperliche und psychische Gesundheit könnten einen Einfluss haben – mögliche Faktoren sind eine ungesunde Ernährung, Stress und die Darmflora. 

Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) gilt als bekanntester und wichtiger Faktor bei der MS-Entstehung. Fast alle Menschen mit MS waren zuvor mit dem EBV infiziert. Andersherum entwickeln Menschen, die keinen Infekt mit dem Epstein-Barr-Virus hatten (weniger als 10 % der Bevölkerung), praktisch nie eine MS. 

Besonders auffällig ist auch der Zusammenhang mit der aus dem von EBV verursachten infektiösen Mononukleose, besser bekannt als Pfeiffersches Drüsenfieber. Das Epstein-Barr-Virus oder das Pfeiffersche Drüsenfieber sind jedoch nicht allein für das Auslösen einer MS verantwortlich. 

Rauchen

Raucherinnen und Raucher haben ein fast doppelt so hohes Risiko wie Nichtraucherinnen und Nichtraucher, eine MS-Diagnose zu erhalten. Zudem hat das Rauchen oft auch einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf: Nach der Diagnose kommt es bei vielen Betroffenen, die rauchen, zu stärkeren Symptomen. Dazu zählen auch häufigere Schübe und eine schwerere Behinderung als bei nicht rauchenden Menschen. 

Familiäre Vorgeschichte

Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, wobei auch sie allein nicht ausreichen, um MS auszulösen. Das genetische Risiko bleibt deshalb gering und sollte eine Familienplanung nicht beeinflussen. Wir haben Ihnen ausführliche Informationen zur Vererbbarkeit von MS zusammengestellt. 

Weitere mögliche Risikofaktoren

Neben den wissenschaftlich etablierten Risikofaktoren gibt es weitere mögliche Faktoren, die eine MS begünstigen können. Dazu gehören vor allem auch Faktoren, die die körperliche und psychische Gesundheit betreffen – das ergab eine gross angelegte Studie vom Schweizer MS Register. 

Das Schweizer MS Register bringt eine neue Perspektive in die Forschung 

Das Schweizer MS Register wurde von der MS-Gesellschaft auf Wunsch von Betroffenen initiiert, um ihre Perspektive in die Forschung einzubringen. Ausgeführt wird das Forschungsprojekt von der Universität Zürich. Gemeinsam mit MS-Betroffenen untersuchen Forscher verschiedene Fragestellungen, stets mit dem Ziel, zu einer Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit MS beizutragen. Eine davon ist die Frage nach den Risikofaktoren von MS. Eine umfassend angelegte Studie von 2020 bis Anfang 2023 hat dabei neue Erkenntnisse gebracht.  

Die Betroffenen wurden gebeten, ihre persönlichen Annahmen und Eindrücke über die Entstehung ihrer MS zu beschreiben, mögliche spezifische Risikofaktoren zu benennen und ihre Theorien zu begründen. Diese Theorien gingen über die in der Forschung etablierten Risikofaktoren hinaus – und geben damit weitere Impulse für die Forschung. 

Psychische Gesundheit

Viele Betroffene nennen psychische Belastungen, Stress, Beziehungs- oder Familienprobleme und negative Kindheitserfahrungen als potenzielle Risikofaktoren für ihre MS. In einigen Fällen werden auch traumatische Ereignisse als mögliche Ursache genannt. Sowohl die psychische Gesundheit als auch die verbundenen Lebenserfahrungen könnten von Bedeutung für die Entwicklung von MS sein – darauf deuten zumindest die Umfragen aus dem Schweizer MS Register hin. 

Auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass traumatische Stressereignisse das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen können. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer beeinträchtigten Immunfunktion und psychischen Belastungen sowie Stress. Letztere können sich auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche beziehen, zum Beispiel Arbeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, akute Lebenskrisen oder eine Kombination dieser Faktoren. 

Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass psychische Belastung und Stress nicht nur langfristige, sondern auch unmittelbare Auswirkungen haben können – wie einen MS-Schub.

 

Körperliche Gesundheit

Die individuelle Darmflora
Seit ein paar Jahren weist die Forschung darauf hin, dass Bakterien im Darm Entzündungsprozesse im Gehirn bei der Multiplen Sklerose beeinflussen. Untersuchungen haben inzwischen eines deutlich gemacht: Das Darm-Mikrobiom von MS-Betroffenen unterscheidet sich von dem gesunder Kontrollpersonen.

Noch ist unklar, welche Darmbakterien die Krankheit oder einen Schub auslösen oder, wie die Bakterien auf die Veränderungen reagieren, die im Körper durch die Krankheit ausgelöst werden. Eine angepasste Ernährung kann die gesamte Darm-Flora aber beeinflussen.

Übergewicht
Der Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand ist gut belegt. Als mögliches Risiko zeigt die jüngere Forschung einen Zusammenhang zwischen Übergewicht im Kindes- und Jugendalter und einem erhöhten Risiko, später an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken auf. Das ist kein «sicherer Auslöser», aber ein messbarer Risikofaktor.

Besonders relevant scheint Übergewicht in der Pubertät (ca. 10–18 Jahre) zu sein. Zudem sind Mädchen stärker gefährdet als Jungen.  Frühes Übergewicht (Kindheit) kann ebenfalls beitragen, vor allem wenn es bestehen bleibt.

Ungesunder Lebensstil
Eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und hoher Alkoholkonsum können Symptome oder Verlauf bei bestehender MS negativ beeinflussen. 

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Über Multiple Sklerose

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Hier finden Sie alle Informationen rund um die Krankheit Multiple Sklerose.

MS-Diagnose

Erkennen Sie erste Anzeichen einer MS, ist es ratsam, ärztliche Hilfe aufzusuchen. Damit Sie eine schnelle und genaue Diagnose erhalten.

Behandlung von MS

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