Der Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand ist gut belegt. Auch für MS wird angenommen, dass starkes Übergewicht das Erkrankungsrisiko erhöht. Aber welchen Einfluss hat Multiple Sklerose auf das Gewicht? Und was können Betroffene tun?
MS und Übergewicht
Übergewicht als Risikofaktor für MS
Zu den wissenschaftlich etablierten Faktoren einer MS gehören eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, Rauchen, Vitamin-D-Mangel sowie eine familiäre Vorgeschichte. Daneben weisen auch Studien auf weitere mögliche Risikofaktoren hin. Dazu gehören eine ungesunde Ernährung, wenig Bewegung sowie Übergewicht. Besonders stark übergewichtige Kinder scheinen ein erhöhtes Risiko zu haben, an MS zu erkranken. Um diese Einflussfaktoren besser zu verstehen, muss noch weiter geforscht werden.
Zu den wissenschaftlich etablierten Faktoren einer MS gehören eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, Rauchen, Vitamin-D-Mangel sowie eine familiäre Vorgeschichte. Daneben weisen Studien darauf hin, dass auch Übergewicht das Risiko erhöhen könnte. Besonders Kinder und Jugendliche mit starkem Übergewicht scheinen später häufiger an MS zu erkranken. Warum das so ist, wird derzeit noch erforscht.
Studienergebnisse zeigen: Ein höherer BMI ist mit einem höheren MS-Risiko verbunden
Vergangene Forschungsarbeiten konnten Belege für den Zusammenhang zwischen Übergewicht und MS finden. Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen mit starkem Übergewicht häufiger an MS erkranken als Menschen mit Normalgewicht. Die Forschenden vermuten deshalb, dass Übergewicht das Risiko für eine MS erhöhen kann.
Das Ergebnis: Menschen, deren BMI in die Kategorie «Adipositas», also starkes Übergewicht (≥30 kg/m2), fällt, haben eine um 41 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, MS zu bekommen, als Menschen, deren BMI in die Kategorie des «einfachen» Übergewichts (≥25 kg/m2) fällt.
BMI als Mass für Übergewicht
Der BMI ist ein Wert, der einfach aus Körpergrösse und Gewicht berechnet wird. Mit dem BMI wird ermittelt, ob jemand ein gesundes Körpergewicht hat, untergewichtig, übergewichtig oder adipös, also sehr stark übergewichtig, ist.
| BMI (kg/m²) | Gewichtsklasse |
|---|---|
| < 18,5 | Untergewicht |
| 18,5 - 24,9 | Normalgewicht |
| 25,0 - 29,9 | Übergewicht |
| 30,0 - 34,9 | Adipositas Grad I |
| 35,0 - 39,9 | Adipositas Grad II |
| ≥ 40,0 | Adipositas Grad III |
Keine bekannten Gründe für die Ursachen
Warum ein hoher BMI die Wahrscheinlichkeit einer MS-Erkrankung erhöhen könnte, ist noch nicht vollständig geklärt. Forschende vermuten, dass Übergewicht Entzündungsprozesse im Körper verstärken und das Immunsystem beeinflussen könnte. Auch hormonelle Veränderungen oder ein Vitamin-D-Mangel könnten eine Rolle spielen.
Kaum Belege für einen Einfluss auf den Verlauf
Die Forschungsarbeiten stützen die Theorie, dass starkes Übergewicht das Risiko erhöht, an MS zu erkranken. Bisher gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass eine Gewichtsabnahme den Verlauf einer bereits bestehenden MS verbessert. Ein gesundes Körpergewicht wirkt sich jedoch positiv auf die allgemeine Gesundheit, die Beweglichkeit und das Wohlbefinden aus.
Übergewicht als Begleiterscheinung bei Multipler Sklerose
Führt MS zu einer Gewichtszunahme?
Nicht alle Menschen mit MS nehmen zu. Manche verlieren auch an Gewicht – zum Beispiel, wenn sie schlecht essen können, weniger Appetit haben oder durch ihre Erkrankung mehr Energie verbrauchen.
Gewichtszunahme durch weniger Bewegung
Viele Betroffene leiden unter Fatigue, Muskelspastiken oder Koordinationsstörungen, die ihre körperliche Aktivität einschränken. Weniger Bewegung führt oft zu einem niedrigeren Kalorienverbrauch. Bei gleichbleibender Ernährung kann das langfristig zu einer Gewichtszunahme führen.
Gewichtszunahme durch die Einnahme von Medikamenten
Kortison kann vorübergehend den Appetit steigern oder zu Wassereinlagerungen führen. Dadurch kann das Gewicht kurzfristig zunehmen. Nach Abschluss der Behandlung normalisiert sich dies meist wieder.
Auch einige Medikamente gegen Depressionen oder Nervenschmerzen können das Körpergewicht beeinflussen. Die meisten modernen MS-Medikamente führen hingegen nicht zu einer Gewichtszunahme.
Was können Betroffene tun?
Ein gesundes Körpergewicht trägt zu einem besseren allgemeinen Gesundheitszustand bei. Es kann helfen, Herz und Kreislauf zu schützen, die Beweglichkeit zu erhalten und das Risiko für weitere Erkrankungen zu senken.
Ausgewogen ernähren
Ihre Ernährungsweise können Sie selbst beeinflussen und damit etwas Gutes für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden tun. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Zwar gibt es bisher keine spezielle "MS-Diät", die den Krankheitsverlauf nachweislich verbessert. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten wird jedoch empfohlen.
Ausreichend bewegen
Regelmässige Bewegung kann Müdigkeit (Fatigue), Muskelkraft, Gleichgewicht und Stimmung verbessern. Schon leichte Aktivitäten, die an die eigenen Möglichkeiten angepasst sind, können einen positiven Effekt haben.
MS Active App nutzen
Die MS Active App wurde auf Initiative von MS-Betroffenen entwickelt. Die darin gezeigten Übungs-Videos bieten die Möglichkeit, Trainings und Resultate auf einfache Weise in einem Tagebuch festzuhalten und Fortschritte zu dokumentieren.