Mit Nina starteten wir 2019 eine Serie, die bis heute anders ist: Nicht Dritte oder Unbeteiligte reden über MS und Menschen mit MS. Sondern MS-Betroffene selbst erzählen in ihren ganz eigenen Worten über ihr Leben mit einer unheilbaren Krankheit, ihre Hoffnungen, ihre Ängste. Nina war unser allererstes «Gesicht der MS».
Foto: Atelier Zwygart
Nina, Du im Hier und Jetzt 2026: Wie würdest du dich in einem oder auch zwei, drei Sätzen beschreiben?
Ich bin mit meiner MS sehr gewachsen und konnte einiges dazulernen in allen Lebensbereichen.
Wie hat sich «deine» MS seit dem Porträt in «Gesichter der MS» verändert?
Ich hatte im Jahr 2025 einen ziemlich starken Schub. Zuvor war mein «MistStück» 6 Jahre ruhig und ging schon fast vergessen. Mit diesem starken Schub konnte ich aber einiges dazu lernen, vor allem, was Willenskraft alles bewegen kann.
✨️Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird✨️
Wie gehst du im Kopf und mit dem Herz damit um?
Der Kopf ist oftmals lauter als das Herz. Ich probiere mich allerdings an allem, was wieder geht, gerade nach dem Schub, zu orientieren. Zum Beispiel konnte ich ab Mai 2025 bis Ende August 2025 nicht ohne Hilfsmittel laufen. Nun hänge ich wieder an meiner geliebten Poledance Stange.
Was sind privat/beruflich die grössten Veränderungen?
Ich habe mittlerweile meine Lehre abgeschlossen und einen sehr tollen Arbeitgeber gefunden. Privat hat sich nicht vieles geändert, ausser meiner Liebe zum Sport (insbesondere Poledance), welche im 2019 noch nicht vorhanden war.
Hättest du etwas viel früher tun sollen? Oder lassen?
Ich hinterfrage dies generell nicht. Ich denke, es passiert alles aus einem Grund. Aber ich hätte definitiv früher mit regelmässigem Sport begonnen.
Mit nun einigen Jahren mehr Lebenserfahrung. Welchen Rat hast du heute für jemand, der ganz frisch die Diagnose MS bekommen hat?
Es ist wichtig auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Es gibt kein richtig und kein falsch. Es muss für einen selbst stimmig sein.
Was macht dir heute Angst in Bezug auf die MS? Was gibt dir Hoffnung?
Angst macht mir definitiv, dass ich nochmals einen sehr heftigen und langen Schub erleben könnte. Das letzte Jahr hat mir aber auch gezeigt, dass die Medizin fast Unmögliches wieder möglich machen kann.
Wenn du heute drei Wünsche frei hättest. Was würdest du dir wünschen?
Den Lottogewinn würde ich natürlich immer noch nehmen. Ansonsten, keine Schübe, einen milden MS-Verlauf und lange Sport treiben zu können.
Rückblick: «Gesichter der MS: Nina Henz» (November 2019)
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