Wichtigste Neuerungen
- Der Sehnerv als weiterer, 5. Diagnoseort:
Der Sehnerv kann nun als zusätzliche anatomische Region genutzt werden, wenn dort typische Läsionen nachweisbar sind. - Radiologisch isoliertes Syndrom (RIS):
Ein RIS kann nun unter bestimmten Bedingungen (zunehmende Läsionen über die Zeit, typischer Befund der Lumbalpunktion, typischer MRI-Befund) als frühe Form von MS gewertet werden, was entsprechende Behandlungsmöglichkeiten erlaubt. - Spezifische Befunde im MRI (Zentralvenenzeichen und paramagnetische Randläsionen) erhöhen die diagnostische Genauigkeit.
- Kappa-Freie Leichtketten (kFLC) in der Lumbalpunktion gelten als gleichwertige Alternative zu oligoklonalen Banden
- Einheitliche Kriterien:
Für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen sowie für schubförmige und progrediente Verlaufsformen gelten dieselben diagnostischen Grundsätze. - Besondere Vorsicht bei älteren Betroffenen:
Zusätzliche Punkte (z. B. passende Ergebnisse von in der Lumbalpunktion, Rückenmarksläsionen, Zentralvenenzeichen im MRI) sollten vorhanden sein, um Fehldiagnosen zu vermeiden.
Fazit
Die angepassten McDonald-Kriterien von 2024 ermöglichen eine schnellere und präzisere MS-Diagnose über alle Altersgruppen und Krankheitsformen hinweg. Durch den Einsatz moderner MRI-Techniken und neuer Laborparameter soll die Diagnose weltweit vereinheitlicht und das Risiko von Fehl- oder Spätdiagnosen deutlich reduziert werden.
Link zur Studie (englisch, kostenpflichtig)
Diagnosis of multiple sclerosis: 2024 revisions of the McDonald criteria.
The Lancet, Neurology. 2025;24(10):850-865.
Webinar
Für Interessierte wird die MS-Gesellschaft 2026 ein Webinar zu den McDonald-Kriterien anbieten.