MS und Stillen

Viele Frauen wünschen sich, ihr Kind zu stillen, um so eine erste innige Beziehung aufzubauen. MS allein ist kein Grund, aufs Stillen zu verzichten, allerdings sollte immer individuell entschieden werden, ob das Stillen für Mutter und Kind sinnvoll ist. 

Kann ich mit MS stillen?

Es gibt keine allgemeine Empfehlung zum Stillen bei MS. Denn ob es sinnvoll ist zu stillen, hängt immer von den Medikamenten und dem Verlauf der MS ab. 

Am besten ist es daher, wenn Sie bei einem Stillwunsch frühzeitig mit Ihrem Neurologen und Ihrer Gynäkologin sprechen. In vielen Fällen ist es möglich, auch mit MS zu stillen.

 

Kann die MS-Behandlung in der Stillzeit fortgesetzt werden?

Medikamentöse Therapien können oft auch nach der Geburt wieder begonnen und in der Stillzeit fortgesetzt werden. Einige Medikamente sind jedoch kontraindiziert. Das bedeutet: Sie dürfen nicht angewendet werden. 

Zugelassene Medikamente während der Stillzeit

Einige Medikamente sind während der Stillzeit nicht oder nur eingeschränkt zugelassen. Im PDF finden Sie aktuelle Empfehlungen und Vorsichtsmassnahmen zu den gängigsten MS-Medikamenten.

Übersicht MS-Medikamente und Familienplanung (PDF)

Wenn die Krankheit sehr aktiv ist, wird die Therapie nach der Geburt meist möglichst schnell wieder fortgesetzt. Ob Stillen dann möglich ist, hängt davon ab, wie sicher das jeweilige Medikament in der Stillzeit ist. 

Da es nur wenige Studien zum Stillen während einer Immuntherapie gibt, wird die Sicherheit von Medikamenten in dieser Situation meist indirekt beurteilt. Dabei wird vor allem geschätzt, wie viel eines Wirkstoffs in die Muttermilch übergeht und wie viel davon das gestillte Kind tatsächlich aufnimmt. In der Regel ist die Menge des Medikaments in der Muttermilch eher gering, da sie sich an der Konzentration im Blut der Mutter orientiert und nicht an der insgesamt verabreichten Dosis. Zusätzlich spielt es eine Rolle, wie viel Muttermilch das Kind trinkt: Bei vollständigem Stillen ist die Aufnahme höher als bei teilweisem Stillen. In der Regel reicht diese Mengenbetrachtung allerdings nicht aus. Es müssen auch andere Faktoren berücksichtigt werden, etwa mögliche Nebenwirkungen oder das Risiko, dass sich ein Medikament im Körper des Säuglings anreichert. Besonders vorsichtig ist man zum Beispiel auch bei Frühgeborenen, da ihr Körper Medikamente langsamer abbaut und sie empfindlicher reagieren können. 

Es sollte daher immer im Einzelfall abgewogen werden, ob Stillen sinnvoll ist. Sprechen Sie dazu am besten mit Ihrem Neurologen und Ihrer Gynäkologin, damit die Fachperson Ihre individuelle Situation beurteilen kann. 

Der Einfluss des Stillens auf den Verlauf der Krankheit

Es gibt Hinweise darauf, dass Stillen die Schubrate nach der Entbindung reduzieren kann. Deshalb kann Stillen für Frauen mit einem leichten bis mittelschweren Krankheitsverlauf sinnvoll sein, vor allem wenn die medikamentöse Therapie zunächst pausiert wird.

Was passiert, wenn ich während der Stillzeit einen Schub bekomme?

In diesem Fall wird gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt entschieden, ob eine Schubbehandlung erfolgt. Werden Medikamente eingenommen, muss auf Säuglingsnahrung umgestellt werden. 

Professionelle Beratung für MS-Betroffene sowie deren Angehörige

Der Weg von der ersten Überlegung bis zum Alltag mit Kind ist sehr individuell und kann eine Fülle von Fragen aufwerfen. Nutzen Sie bei Unsicherheiten die Beratungsangebote der Schweiz. MS-Gesellschaft. Wir unterstützen Sie in jeder Phase, gehen in den Gesprächen auf Ihre Fragen ein und informieren Sie rund um MS und das Familienleben.

Zur Beratung

In unserem PDF über MS, Schwangerschaft und Elternzeit finden Sie ausserdem alle Informationen verständlich aufbereitet.