Ist MS vererbbar?

Der aktuelle Stand der Wissenschaft 

Trotz intensiver Forschung sind die genauen Ursachen für Multiple Sklerose bisher nicht bekannt. Die Wissenschaft geht davon aus, dass MS durch eine Kombination aus Umgebungs-, Verhaltens- und genetischen Faktoren entsteht. 

Ist MS eine Erbkrankheit?

Es passiert sehr selten, dass sich MS-Erkrankungen innerhalb einer Familie häufen. MS ist keine klassische Erbkrankheit, da nur die Veranlagung vererbt wird. Das bedeutet, dass genetische Faktoren zwar eine Rolle spielen, diese allein die Erkrankung aber nicht zwangsläufig ausbrechen lassen. 

In der Wissenschaft vertritt man nach aktuellem Stand die These, dass MS durch die genetische Veranlagung in Kombination mit weiteren Faktoren ausserhalb der Gene hervorgerufen wird.  Es wird angenommen, dass auch Umweltfaktoren und bestimmte Infektionen entscheidende Komponenten bei der Entstehung von MS sind.

Wie hoch ist das Risiko, dass mein Kind MS bekommt?

Verglichen mit Kindern gesunder Eltern, haben Kinder von MS-Betroffenen ein minimal höheres Risiko, auch zu erkranken (1 bis 3 Prozent). Deshalb und auch aus medizinischer Sicht spricht grundsätzlich nichts dagegen, trotz Multipler Sklerose Kinder zu haben.

Kann MS an Enkel vererbt werden?

Ob MS an die Enkel vererbbar ist, lässt sich nicht genau bestimmen. Allerdings zeigt die genetische Grundlage der Erkrankung, dass ein familiärer Zusammenhang bestehen kann. Trotzdem ist MS nicht linear vererbbar wie klassische Erbkrankheiten. Das Risiko wird vielmehr durch eine Kombination von genetischen und umweltbedingten Faktoren sowie bestimmten Infektionen beeinflusst.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Geschwister an MS erkranken?

Auch für Geschwister von MS-Betroffenen ist das Risiko, selbst an MS zu erkranken, minimal erhöht (1 bis 3 Prozent). 

Lässt sich das eigene MS-Risiko berechnen oder testen? 

Im Gegensatz zu anderen genetischen Erkrankungen lässt sich das persönliche MS-Risiko nicht anhand der Familiengeschichte errechnen – auch weil an der Entstehung von MS mehrere Faktoren beteiligt sind. Einen Gentest , der das eigene Risiko konkret misst, gibt es daher nicht. 

Der Einfluss von Umgebungs- und Verhaltensfaktoren 

Die Forschung hat gezeigt, dass nicht allein die Gene einen Einfluss auf die Entstehung von MS haben. Das zeigt sich auch daran, dass nicht alle Menschen, die eine genetische Veranlagung haben, an MS erkranken. 

Inzwischen gibt es einige anerkannte Risikofaktoren für MS. Dazu gehören: eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, Rauchen, starkes Übergewicht im Kindesalter, sowie Vitamin-D-Mangel. Zudem wird vermutet, dass die Ernährung, der Lebensstil und die psychische Gesundheit (z. B. durch Stress) bei der Entstehung von MS eine Rolle spielen könnten. 

MS-fördernde Faktoren reduzieren 

Einige der genannten Risikofaktoren können durch eine bewusste Lebensgestaltung reduziert  werden. Am besten ist es, wenn Sie 

  • das Rauchen aufgeben,
  • sich ausgewogen ernähren,
  • Stress reduzieren,
  • sich regelmässig dem Sonnenlicht aussetzen,
  • bei Ihrem Kind auf ein gesundes Gewicht achten. 

Die MS-Gesellschaft unterstützt Betroffene und auch Angehörige

Sie haben Fragen, brauchen Unterstützung oder Entlastung? Wir begleiten MS-Betroffene sowie deren Angehörige. 

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MS Risikofaktoren

Die genaue Ursache von MS ist bislang nicht bekannt. Die Forschung arbeitet aber laufend daran, Ursachen und Faktoren zu erkennen, die das Risiko für MS erhöhen könnten.

Über Multiple Sklerose

Hier finden Sie alle Informationen rund um die Krankheit Multiple Sklerose.

MS und Kinderwunsch

MS ist keine klassische Erbkrankheit und aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen, Kinder trotz MS zu haben.