7 Fragen an: Corinne Grimm (Freiwillige im Gruppenaufenthalt)

MS-Geschichten

Wer ist Corinne Grimm? Erzähl der Community gerne ein paar Sätze über dich. «Ich bin 36 Jahre alt und von Beruf Lokführerin. Allerdings erst seit 6 Jahren. Vorher war ich Pflegefachfrau. Trotz des Glücks, das ich in meinem neuen Beruf gefunden habe, bleibt die Pflegefachfrau in mir ein Leben lang erhalten.»

In meiner Freizeit bin ich gerne mit meinem Citroën  2CV6 unterwegs, unternehme etwas mit meinen Patenkindern oder koche mir etwas Leckeres.  

Wenn du jemandem einen Gruppenaufenthalt in 5 Sätzen erklären müsstest, wie sähe dein Beschrieb aus?   
Der Gruppenaufenthalt ermöglicht Auszeiten für MS-Betroffene. Du hilfst ihnen bei Dingen, welche sie nicht mehr allein schaffen, und verbringst einen grossen Teil der Zeit mit ihnen zusammen. Das Ganze wird von der MS-Gesellschaft Schweiz sehr professionell und umfassend (Hotelzimmer, Ausflüge, etc.) organisiert. So kannst du trotz anspruchsvoller Arbeit die Zeit geniessen und die Aufgabe wächst dir nicht über den Kopf. Sehr schnell wird man mit den Helfern und den Gästen ein eingespieltes Team und verbringt eine unvergessliche Zeit zusammen. 

Du bist ja jetzt das zweite Mal als Freiwillige dabei. Was ist deine ganz persönliche Motivation? Gibt es einen Bezug zu MS?  
Als Pflegefachfrau durfte ich viele MS-Betroffene begleiten. Einige davon hatten die Möglichkeit erhalten, mit dem Gruppenaufenthalt der MS-Gesellschaft Freizeit zu geniessen. Der Vorher-nachher-Effekt war jeweils sehr eindrücklich. 
Als ich dann beruflich einen neuen Weg eingeschlagen habe, wollte ich meine neu gewonnene Energie weitergeben. Zumal es mich auch sehr reizte, ab und zu wieder meinen alten Beruf auszuüben. Für mich ist es ein Privileg, Menschen, welche nicht so viel Glück haben wie ich, ein Stück von meinem Glück zurückgeben zu können.

Gab es besonders berührende und emotionale Momente?
Ich hatte mehrere Male Tränen in den Augen. Aber vor Lachen. Die Gäste kamen, um eine gute Zeit zu haben und hatten neben Rollstuhl und Medikamenten auch eine beachtliche Portion Humor dabei. 

Wird die Krankheit verleugnet oder ignoriert? Weit gefehlt. Schonungslos ehrlich und direkt - aber voller Empathie und Verständnis. So habe ich den Umgang unter den Gästen mit ihrer Krankheit erlebt. 
Sie haben es geschafft die Tage zu geniessen, abzuschalten, aber trotzdem Neues über ihre Krankheit und deren Bewältigung zu lernen. Zusammen wurden sie stärker. 

Ihr ganzer Umgang mit dem nicht einfachen Schicksal hat mich sehr berührt und inspiriert.

Warum soll man sich als Freiwillige oder Freiwilliger für einen GA melden? 
Man lernt neue Leute kennen, welche alle das gleiche Ziel haben: Eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Du bist eines von vielen Zahnrädern, welche alle ineinandergreifen, und kannst Unglaubliches bewirken. Zudem lernst du die Schweiz (neu) kennen und erlebst schöne Ferien.

Was sollten Freiwillige mitbringen?
Die Bereitschaft, Neues zu erlernen - und keine Angst vor Nähe. Eine pflegerische Ausbildung ist nicht erforderlich. Es wird dir alles erklärt und auf dein Erfahrungswissen Rücksicht genommen. Wenn du gerne neue Leute triffst und dich auf ein «Abenteuer» einlassen kannst, bist du am richtigen Ort. 

Zum Abschluss. Die Wunschfee erfüllt dir persönlich 3 Wünsche: Welche wären das? 
Dass sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern, meine gesundheitliche Situation stabil bleibt und dass ich nie mit dem Bus im Gruppenaufenthalt als Erste losfahren muss (weil: fehlen mir als Lokführerin die Schienen unter meinem Hintern, fehlt mir die Orientierung). 

 

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