Tierisch gute Freunde: Yvonne, Lio & Leo
Damit ich körperlich fit bleibe, gehe ich in der Mittagszeit regelmässig ins Fitness. Meine freie Zeit geniesse ich am liebsten mit meinem Partner, meiner Familie und meinen Freunden. Ich versuche, in allem etwas Positives zu erkennen. Dank der MS habe ich viele schöne und wertvolle Begegnungen mit anderen Menschen erlebt und gelernt, besser auf mich selbst zu hören. Dieses «Mist-Stück» hat also tatsächlich auch seine guten Seiten.
Und wer sind deine «tierischen Freunde»?
Meine beiden Kater Lio und Leo sind Brüder und verzaubern mein Leben nun seit eineinhalb Jahren. Voller Energie toben sie durch die Wohnung, kuscheln aber genauso gern ausgiebig und geniessen jede Streicheleinheit. Zu mir kamen sie, als sie noch kleine, neugierige Fellknäuel waren.
Lio ist der kleinere der beiden – dafür aber der frechere und immer für Unsinn zu haben. Leo hingegen ist der grössere Bruder, eher gemütlich und der Ruhepol des Duos. Zusammen sind sie einfach ein unschlagbares Team.
Wie habt ihr zueinander gefunden?
Schon länger hatte ich immer wieder den Gedanken, dass eine Katze meinen Alltag bereichern könnte. Eher zufällig entdeckte ich die beiden auf Facebook und entschied mich spontan, den Züchter zu besuchen. Aus einer Katze wurden schliesslich zwei – denn ich wollte die Brüder nicht trennen. So haben sie sich auch gegenseitig Gesellschaft, wenn ich nicht zu Hause bin.
Wirken sich deine Tiere positiv auf deinen Alltag mit Multipler Sklerose aus? Welche körperlichen und psychischen Vorteile bringt dir euer Zusammenleben?
Sie schenken mir immer wieder Momente, in denen die Krankheit in den Hintergrund rückt, und halten mich zu Hause – neben den alltäglichen Hausarbeiten – angenehm in Bewegung. Immer wieder überraschen sie mich mit «Geschenken» wie Mäusen, die sie stolz durch die Katzenklappe tragen.
In Sachen Mäusefangen bin ich mittlerweile ein echter Profi. Dank ihnen habe ich ausserdem viel Nachbarschaftshilfe erleben dürfen: Immer wieder bieten mir Nachbarn ihre Unterstützung an und tragen schwere Lieferungen mit Katzenfutter bis vor meine Haustür. Für mein seelisches Wohlbefinden sind die beiden einfach Gold wert.
Gibt es auch Probleme, Sorgen?
Falls einem von ihnen einmal etwas zustossen sollte oder er nicht mehr nach Hause käme, wäre das ein riesiger Verlust für mich. In der Eingewöhnungsphase waren sie sehr herausfordernd, doch inzwischen ist alles sehr harmonisch.
Kannst du anderen MS-Betroffenen (d)ein Haustiere empfehlen? Welche Voraussetzungen müssen für eine funktionierende «Partnerschaft» definitiv erfüllt sein?
Für alle Tierliebhaber kann ich Haustiere nur wärmstens empfehlen. Ein verlässliches Umfeld, das die Tiere bei Abwesenheit betreuen kann, ist natürlich wichtig.
Besonders praktisch ist, dass Katzen ihren Freigang selbstständig erledigen – ein grosser Vorteil, wenn die eigene Beweglichkeit eingeschränkt ist.
Es ist einfach wundervoll, nach Hause zu kommen und von den beiden begrüsst zu werden. Tag für Tag wachsen sie mir noch mehr ans Herz – sie sind mein Ein und Alles.