Tierisch gute Freunde: Alexa & Hades

Tierisch gute Freunde

Mein Name ist Alexa und ich bin 30 Jahre alt. Beruflich bin ich mit 30% in einer Tierpension tätig. Ich wollte immer Katzen, wuchs aber mit einem Beagle auf. Dadurch habe ich das Interesse an Hunden nie verloren. Mit meinem Partner wohne ich im Kanton Aargau.

 

Durch die MS habe ich viele neue Erfahrungen gemacht - manche sehr übel, andere sehr schön. Es ist keine einfache Krankheit, aber sie hat mir geholfen zu leben!

Wer ist dein tierischer Freund?
Mein Begleiter ist ein 2,5-jähriger Flat Coated Retriever namens Hades. Ein Energiebündel mit einem echten Job: Er ist seit April 2026 ausgebildeter Assistenzhund. Er begleitet mich durch Migräne und andere gesundheitliche Höhen und Tiefen.  

Wie habt ihr zueinander gefunden?
Nach dem Verlust meines ersten Flat Coated Retrievers habe ich mich nach 3 Jahren entschieden, wieder einen Wegbegleiter zu adoptieren. Durch einen Bekannten habe ich Hades mit 2 Wochen kennengelernt. Nach intensivem Beschnuppern und wöchentlichen Besuchen konnte er im Februar 2024 bei mir einziehen. Eine meiner besten Entscheidungen. «Wir», auf jeden Fall ich, bin sehr glücklich, dass Hades den Weg zu mir gefunden hat. Ich habe auch viel Unterstützung durch meinen Partner und die Familie, so muss mein Hund nie allein sein und hat immer viel Abwechslung. Auch und gerade, wenn ich einmal gesundheitlich nicht in der Lage bin, für ihn da zu sein.

Wirkt sich dein Tier positiv auf deinen Alltag mit MS aus? Welche körperlichen und psychischen Vorteile bringt dir euer Zusammenleben? 
Meine MS-Diagnose habe ich seit 2017. Zu dieser Zeit hatte ich keine Tiere. Ab 2018 hatte ich Kaninchen, Hunde und Reptilien. Der Unterschied mit Tieren ist für mich: mehr Bewusstsein, mehr Achtsamkeit. Und ich konnte mich um etwas kümmern, es ging nicht mehr nur um mich. Die körperlichen Vorteile sind, dass man in Bewegung ist und immer etwas zu tun hat. Psychisch kann ich nicht nur Vorteile sehen. Seit ich Tiere habe, habe ich immer auch mit Verlusten zu kämpfen. Die prägen wohl auch mein Leben, doch die positiven Erlebnisse fallen mehr ins Gewicht. Und ich würde mich immer wieder für Tiere entscheiden, sie geben einem so viel.

Gibt es auch Probleme/Sorgen? 
Bei Hades zum guten Glück nicht. Er ist quietschfidel und voller Lebensfreude. Da ich seit 2018 mit Ocrevus gut eingestellt bin, und mich «nur noch» die Fatigue quält, bleiben die täglichen Herausforderungen, über die Runden zu kommen. Aber bei einer guten und schönen Wanderung (am liebsten im Regen) vergesse ich auch diese Sorgen. 

Kannst du anderen MS – Betroffenen (d)ein Haustier empfehlen? Welche Voraussetzungen müssen für eine funktionierende Partnerschaft definitiv erfüllt sein?
Wenn du den Platz und die Zeit und ein absicherndes Umfeld hast – ja, aber auch dann abgestimmt auf deine Persönlichkeit. Nicht jeder braucht einen Hund oder eine Katze. 


Immer gesucht: «Tierisch gute Freunde»

  • Du liest und magst unsere Serie «Tierisch gute Freunde»? 
  • Du hast selbst einen tierisch guten Freund? Oder sogar mehrere?
  • Hund? Katze? Pferd? Nager? Fische? Ganz was anderes?   
  • Und du möchtest anderen Menschen erzählen, wie ihr zusammen der MS trotzt?  

Dann schreib uns eine Mail mit dem Betreff «Tierisch gute Freunde» an: redaktion@multiplesklerose.ch
und wir schicken dir zum Kennenlernen ganz unverbindlich den Fragebogen zu (das sind aktuell schmale 6 Fragen). Du kannst dann in aller Ruhe überlegen, ob du mitmachen möchtest.

Liebe Grüsse, deine Redaktion

P.S. Du magst/kannst nicht mitmachen, kennst aber jemanden, der gerne dabei wäre? Oder gut geeignet Dann erzähl’ es einfach weiter…