Mein Name ist Sabrina, ich bin 41 Jahre alt und lebe im Kanton Zürich zusammen mit meiner Hündin Ivy. Im Februar 2026 wurde bei mir nach anhaltendem Schwindel und einer anschliessenden Sehnerventzündung im Unispital Zürich Multiple Sklerose diagnostiziert.
Die Therapie mit Kesimpta startet im Mai. Ich bin gelernte Tiermedizinische Praxisassistentin (TPA) und arbeite seit 2012 in einer der grössten privaten Tierkliniken der Schweiz. Dort war ich immer im Administrationsbereich tätig, aktuell als Leiterin Marketing und Assistentin der Geschäftsleitung. Seit 2026 habe ich zusätzlich die Leitung im HR übernommen und befinde mich aktuell im Abschluss zur HR-Fachfrau. Mit 20 Jahren habe ich mich im Bereich Tierpsychologie & Ethologie weitergebildet und unterstütze so seit über 20 Jahren Hundehalter und Hundefreundinnen bei Fragen rund um ihre Vierbeiner, wann immer es meine Zeit erlaubt. In meiner Freizeit bin ich am liebsten mit Ivy in der Natur unterwegs. Seit meiner Diagnose habe ich zudem wieder mit Krafttraining begonnen, als neuen Ansporn, körperlich und mental stark zu bleiben.
Und wer ist dein «tierischer Freund»?
Ivy ist eine Bullmastiff-Hündin, geboren am 30.04.2023, und mein dritter Hund. Seit dem Welpenalter begleitet sie mich täglich zur Arbeit, wo sie ihre Rolle als Bürohund sehr ernst nimmt und mich mit ihrem Schnarchen im Hintergrund regelmässig tatkräftig unterstützt.
Wie habt ihr zueinander gefunden?
Nach meiner ersten Hündin, einem Bullmastiff-Mischling, war für mich klar: Einmal im Leben möchte ich einen reinrassigen Bullmastiff an meiner Seite haben, weil sie einfach einen so tollen Charakter haben. Ich bin dann schliesslich auf eine Züchterin in Fribourg gestossen. Bei der Geburt durfte ich sogar dabei sein.
Wirkt sich dein Tier positiv auf deinen Alltag mit Multipler Sklerose aus? Welche körperlichen und psychischen Vorteile bringt dir euer Zusammenleben?
Dazu kann ich nicht allzu viel sagen, da meine MS-Beschwerden bisher sehr mild verlaufen. Ich habe keine Läsionen im Rückenmark und lediglich zwei unspezifische Läsionen im Kopf. Abgesehen vom Schub mit der Sehnerventzündung spüre ich im Alltag keine Einschränkungen.
Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass Tiere einen positiven Einfluss haben, sowohl körperlich als auch psychisch. Sich um ein anderes Lebewesen zu kümmern, bringt Bewegung, frische Luft und regelmässigen Kontakt mit sich. Zudem habe ich den Eindruck, dass Tiere auch unser Nervensystem positiv beeinflussen und uns auf natürliche Weise beruhigen und erden.
Gibt es auch Probleme, Sorgen?
Im Moment habe ich keine Sorgen. Mit meinem aktuellen Krankheitsverlauf/ Krankheitsstand und den guten therapeutischen Möglichkeiten bin ich sehr positiv eingestellt und gehe davon aus, dass Ivy keine grösseren gesundheitlichen Einschränkungen von mir noch erleben wird. Gedanken würde ich mir erst machen, wenn ich Probleme mit den Beinen oder Händen bekäme und Ivy kräftemässig an der Leine nicht mehr gewachsen wäre (obwohl sie sehr ruhig und lieb ist). Für den Fall eines akuten Schubs habe ich jedoch vorgesorgt: Es gibt Notfalllösungen, sodass ich Ivy jederzeit für ein paar Tage in gute Hände geben kann.
Kannst du anderen MS-Betroffenen (d)ein Haustier empfehlen? Welche Voraussetzungen müssen für eine funktionierende «Partnerschaft» definitiv erfüllt sein?
Ich finde, ein Tier im Alltag ist grundsätzlich immer eine Bereicherung, vorausgesetzt, die Fürsorge wird nicht zur Belastung. Wenn die zusätzliche Verantwortung Stress auslöst, sollte man ehrlich zu sich selbst sein. Stress bringt ja bekanntlich mit MS keine positiven Effekte.
Wichtig ist aus meiner Sicht auch, frühzeitig eine Lösung zu haben, falls man sich einmal nicht mehr kümmern kann (z. B. eine feste Bezugsperson oder ein «Götti», bzw. eine «Gotti»). Ich finde es immer sehr traurig, wenn Tiere aufgrund von Situationen abgegeben werden müssen, die eigentlich voraussehbar gewesen wären.
Zum Glück gibt es heute viele Möglichkeiten, Zeit mit Tieren zu verbringen, ohne selbst eines zu besitzen, sei es über Freunde und Freundinnen, Reithöfe oder Tierheime. Es muss also nicht immer ein eigenes Tier sein. Man kann das Bedürfnis auch anderweitig abdecken.
Wer sich dennoch dafür entscheidet, sollte die eigene gesundheitliche Situation realistisch einschätzen und entsprechend vorsorgen, besonders dann, wenn bereits Unsicherheiten oder Sorgen bestehen.
Foto: Andrea Walti Fotografie
Immer gesucht: «Tierisch gute Freunde»
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Liebe Grüsse, deine Redaktion
P.S. Du magst/kannst nicht mitmachen, kennst aber jemanden, der gerne dabei wäre? Oder gut geeignet Dann erzähl’ es einfach weiter…