Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund der Multiplen Sklerose

Fachartikel

Multiple Sklerose kann sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen. Schwierigkeiten in der Kommunikation können bei MS-Betroffenen recht oft auftreten. Sie werden jedoch häufig unterschätzt und unterdiagnostiziert, obwohl deutliche Einschränkungen der Lebensqualität die Folge sein können.

Hintergrund

Kommunikation beinhaltet unter anderem Sprachproduktion, Sprachverständnis und andere kognitive Funktionen. Bisherige Studien zeigten, dass bis zu 50% der MS-Betroffenen unter Einschränkungen dieser Funktionen leiden können, mit mehr oder weniger ausgeprägten Folgen im Alltag. Hinzu kommt, dass Fatigue und Depression die Kommunikationsfunktion ebenfalls einschränken können.

Aktuelle Studie

In einer griechischen Studie wurden 502 MS-Betroffene eingeschlossen. Anhand einer Skala (der sogenannten «CLAMS-Score») wurden Kommunikationseinschränkungen untersucht und weitere Parameter mittels Fragebögen überprüft. Ziel war es, das Ausmass der Einschränkungen der Kommunikation genauer zu messen und einzuschätzen.

Ergebnisse

Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt 41 Jahre alt, 75 % hatten eine schubförmige MS. Der EDSS (Expanded Disability Status Scale, eine Skala von 1 bis 10, die den Schweregrad der Behinderung bei MS-Betroffenen angibt) lag im Schnitt bei 2.5. Kommunikationsschwierigkeiten waren insbesondere dann vorhanden, wenn eine Sprechstörung (Dysarthrie), eine schwere Fatigue, oder eine reduzierte kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit vorlagen. Das Vorliegen von Kommunikationsschwierigkeiten war mit einem höheren Risiko für Arbeitsunfähigkeit und einem höheren Risiko für einen Bezug von finanzieller Hilfe verbunden. Der Grad der motorischen Behinderung an sich, gemessen am EDSS, war nicht eindeutig mit den Kommunikationsschwierigkeiten assoziiert.

Fazit

Die Studie zeigt, inwiefern Kommunikationsschwierigkeiten häufig zu Einschränkungen im Alltag führen können, insbesondere bei Dysarthrie, Fatigue und kognitiven Beschwerden. Diese Informationen könnten zu besserem Verständnis der MS-Symptome führen. Ein entsprechend angepasstes Management dieser Symptome wiederum kann dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern. 

Link zur Studie (englisch, kostenpflichtig)

Communication deficits in multiple sclerosis: Interactions with cognitive dysfunction and their impact on employment status

Multiple Sclerosis Journal. 2025