Kindercamp 2025: Eine Woche, die zählt

Kindercamp

Eine ganze Woche lang streiten sich das Wetter und das Kindercamp-Programm um die Frage: Wer bietet noch mehr Abwechslung? Sieger: Das Camp und die Kids, die 7 stabil coole Tage erleben dürfen.

Manchmal fühlt es sich an, als sei der April zurückgekommen, habe den Juli frech zur Seite geschubst und mit Regen, Sturm, Wind, Wolken und Sonne die Kontrolle am Himmel über Langenbruck (BL) übernommen. Aber so wild der Wetter-Mix ausfällt, so harmonisch sind die Gruppe, das Geschehen und der Umgang miteinander.

Starke Kids
Im (wie immer kostenfreien) Kindercamp 2025 verbringen Jungs und Mädchen von 7 bis 16 Jahren eine Woche zusammen. Das Spektrum stellt Ansprüche ans Programm und braucht Struktur. Dafür sorgen «Ämtlis» (Tisch decken, Abwaschen, Hausdienst etc.) und selbst aufgestellte Regeln, damit alle Freude haben. «Verstösse» gibt es keine - oder es lässt sich niemand erwischen. Nur Spass. Die Erlebnispädagogen vor Ort spüren rasch, dass die Kinder MS-betroffener Familien aus dem Alltag zuhause oft enorme Sozialkompetenz und viel Verantwortungsgefühl mitbringen. Gewohnt sind, Rücksicht zu nehmen und zu helfen.

Einige Geschwisterpaare sind an Bord. Zwei Brüder, zwei Schwestern, zwei Jungs und ihre Schwester. Frage in die Runde: Ist das cool? Längere Pause. Kleiner Schubser und «Sag’ Ja». Es ist cool, hilft vor allem den Jüngsten gegen mögliches Heimweh und schafft schöne gemeinsame Erinnerungen über den Tag hinaus. Während die Eltern zuhause wirkungsvoll entlastet werden, auftanken können, im sicheren Gefühl, dass ihre Kids prima aufgehoben sind und eine gute Zeit haben.

Fragt man nach den restlichen Sommerferien, wird auch rasch wieder die relative Bedeutung dieser einen Woche Kindercamp klar. Da fallen keine Namen klassischer Urlaubsländer, kein Italien, Spanien, Griechenland oder irgendwelche Instagram-Hotspots. Dafür leuchten einmal die Augen bei «Grosis Garten in Graubünden».

Action und Essen: Für jede und jeden etwas
Ums Kindercamp ranken sich einige schöne Legenden und eine davon bewahrheitet sich auch in Langenbruck: Immer gibt es da ein Klavier, an dem ein junger Pianist oder eine junge Pianistin frühmorgens mit «Für Elise» oder «Alle meine Entchen» den Tag begrüsst. Und alle anderen sanft für einen ereignisreichen Tag weckt.

Das Programm ist ein bewährter, ausgewogener Mix aus Aktivitäten für drinnen und draussen, unterbrochen von Mahlzeiten, die direkt aus den Top 5 der Kinder-Wunschliste stammen könnten.

Mal ist Kreativität gefragt - Schönes schaffen mit Modelliermasse, Trinkflaschen bemalen, Foto-Challenge - dann Aktivität. Ballspiele, Team-Wettbewerbe, Ausflüge nach Basel, Wanderung zur Ruine Balsthal. Und zwischendrin regieren Spannung und Abenteuer: Im Escape Room mit Rätseln und Falltüren, am Steuer des Solarbobs der Fliehkraft trotzend oder in den höheren Sphären des Seilparks.

Aus der Küche kommt, weit weg von Luxus, sondern lecker und vor allem alles selbst und aus frischen Zutaten gemacht: Heimische Klassiker wie Älplermagronen und Hörnli mit Gehacktem, aber auch Burger mit Pommes, Riz Casimir, Lasagne und mega Desserts wie Tiramisu und Apple Crumble. Und an einem schönen, warmen Abend Marshmallows am Lagerfeuer zu rösten, ist noch immer ein absolutes Muss jedes Kindercamps.

Schön wars, wirklich cool. Verbesserungsvorschläge für 2026? Weniger April-Mix, lieber ganz schlicht Sommer.