Heimbasiertes Virtual Reality (VR) Headset-basiertes Geschicklichkeitstraining bei Multipler Sklerose: eine randomisierte kontrollierte Studie.
Fragen an Christian Kamm und Marcus D’Souza
Was ist die Hypothese Ihres Projekts?
Personen mit Multipler Sklerose leiden häufig unter verminderter Geschicklichkeit der Hände, was den Alltag beeinträchtig und die Lebensqualität vermindert.
Die Hypothese der Studie ist, dass ein spezifisch entwickeltes heimbasiertes Virtual Reality (VR) Headset-basiertes Training die Geschicklichkeit der Hände bei Personen mit Multipler Sklerose verbessert.
Wie gehen Sie vor, um Ihre Hypothese zu prüfen?
Das spezifisch entwickelte heimbasierte Trainingsprogramm auf einer VR-Brille (Meta Quest 2) wird in einer multizentrischen randomisierten kontrollierten Studie gegen ein Scheintrainingsprogramm getestet. Das Training wird 4 Wochen lang zu Hause durchgeführt.
Was soll sich dank Ihrem Projekt verändern, und für wen?
Der Vorteil des VR-basierten Trainingsprogrammes wäre, dass es selbständig zu Hause durchgeführt werden kann. Somit könnten Patienten, die sonst keinen Zugang zu Therapien haben, beispielsweise aufgrund fehlender Angebote in der Region, eingeschränkter Mobilität oder Zeitmangel, die Geschicklichkeit der Hände zu Hause trainieren. Das spielerische Trainieren («Gamification») soll dazu führen, dass das Training Spass macht und zu einer verbesserten Adhärenz führt.
Im Falle eines Erfolges der Studie könnte somit mit diesem Trainingsprogramm die Geschicklichkeit der Hände und die Lebensqualität vieler Personen mit Multipler Sklerose verbessert werden.
Was bereitet Ihnen beim Forschen besondere Freude?
Forschen ist kreativ und erweitert den Horizont. Neue Ideen zu entwickeln und zu prüfen, die für Betroffene relevant sind, bereitet mir besonders Freude. Bei der aktuellen Studie handelt es sich meiner Meinung nach um ein besonders zukunftsträchtiges Projekt, da die Virtual Reality Brillen immer mehr Einzug in unser alltägliches Leben nehmen werden und Telemedizin zukünftig immer relevanter werden wird.
Beschreiben Sie Ihren Werdegang:
Christian Kamm – Ich bin Neurologe und seit gut 20 Jahren im Bereich der Multiplen Sklerose klinisch, wissenschaftlich und politisch tätig. Ich habe in diesem Bereich 2016 habilitiert und 2021 die Titularprofessur verliehen bekommen. Aktuell bin ich im Luzerner Kantonspital Co-Chefarzt, stationärer Neurologie und Leiter der Multiplen Sklerose Sprechstunde.
Marcus D’Souza – Ich bin Neurologe und seit mehr als 20 Jahren im Bereich der Multiplen Sklerose klinisch und wissenschaftlich tätig. Ich habe in diesem Bereich 2021 habilitiert. Aktuell bin ich Kaderarzt und DKF-Forschungsgruppenleiter am Universitätsspital Basel und leite unter anderem die Neurostatus-UHB AG.