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Unterstützungsmöglichkeiten in der Schule und Ausbildung

Grundsätzlich ist es möglich, die Schulsituation so anzupassen, dass die regulären Lernziele erreicht werden können.

Die schulischen Unterstützungsmöglichkeiten sind von Kanton zu Kanton, manchmal auch innerhalb der Kantone, unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Grundsätzlich aber sollte es immer möglich sein, im Rahmen des Nachteilsausgleiches die Schulsituation – in der Regel die Prüfungsbedingungen – so anzupassen, dass die regulären Lernziele erreicht werden können.

Bei Bedarf wäre auch an Hilfsmittel zu denken, um weniger rasch zu ermüden. So profitieren diese Kinder oft davon, wenn Texte nicht von Hand geschrieben, sondern auf einem Laptop getippt werden können. Den Schwierigkeiten in der Verarbeitungsgeschwindigkeit könnte man entgegenkommen, indem die Betroffenen beispielsweise länger Zeit für Prüfungen erhalten.

Zudem muss auch bedacht werden, dass Kinder und Jugendliche, die an einer starken Fatigue leiden, ein gutes Pausenmanagement benötigen. Dies erfordert im Schulalltag oftmals eine erhöhte Flexibilität, was in gewissen Schulsituationen eine Herausforderung darstellen kann. 

Unter Umständen kann es auch hilfreich sein, einen runden Tisch mit den involvierten Fachpersonen zu planen, um die individuelle Situation von Kindern und Jugendlichen mit einer MS zu besprechen und Fördermöglichkeiten zu evaluieren.

Unterstützungsmöglichkeiten bei der Erstausbildung – die Rolle der IV

Die Multiple Sklerose gilt nicht als Geburtsgebrechen. Das bedeutet, dass die Invalidenversicherung keine Kosten für die Behandlung der Patienten übernimmt. Wenn sich zeigt, dass die MS die Berufswahl oder die Erstausbildung erschwert, empfiehlt die IV eine rechtzeitige Anmeldung.

Die Invalidenversicherung klärt dann gemeinsam mit der betroffenen Jugendlichen/dem betroffenen Jugendlichen und seiner Familie den Unterstützungsbedarf und kann Massnahmen in die Wege leiten, die bei der Berufswahl und der Lehrstellensuche helfen. Während einer Ausbildung hat die IV verschiedene Möglichkeiten der Hilfestellung zur Verfügung (zum Beispiel Coaching, Mehraufwandsentschädigung für den Arbeitgeber).

Das Ziel dieser Massnahmen ist primär die Integration in den ersten Arbeitsmarkt und nicht eine IV-Rente.

Text: PD Dr. med. Sandra Bigi, MD MSc, Universitätsklinik Inselspital Bern
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