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Wie die Zeit rast: Schon das 50. Portrait der Serie «Gesichter der MS» am Start

Fast wäre es im redaktionellen Alltag untergegangen: Mit Milena Probst dürfen wir jetzt im Januar 2022 schon das 50. «Gesicht der MS» veröffentlichen. Begonnen hat alles im November 2019 mit Nina Henz.

Dazwischen liegen 48 Leben mit Multipler Sklerose, 48 von MS betroffene Frauen und Männer, die ihre Geschichte mit einer unheilbaren Krankheit erzählt und geteilt haben. Das damit verbundene Vertrauen ist ein grosses Geschenk. Danke an jede und jeden, der beim Portrait mitgemacht hat und anderen gezeigt hat: Du bist nicht allein. 

Mitmachen braucht Mut
…weil «Outings» noch immer keine Selbstverständlichkeit sind. Junge MS-Betroffene tun sich ein wenig leichter mit dem Schritt in die Öffentlichkeit. Da spielt vielleicht der alltägliche Umgang mit Sozialen Medien und technischen Gerätschaften eine Rolle. Die Beiträge von «Älteren» sind jedoch sehr wertvoll, weil sie damit einen Erfahrungsschatz zur Verfügung stellen, von dem gerade Neu-Diagnostizierte profitieren können.

Für «Junge und Alte» gilt: Manche tragen die Antworten in sich, «liefern» den Fragenkatalog ausgefüllt in wenigen Stunden ab, manche brauchen etwas länger- und manche mehrere Anläufe und Wochen oder Monate, um ihre Geschichte in Worte zu fassen. Alles ist gut. Es gibt kein richtig oder falsch. Kein zu viel, kein zu wenig. Jede und Jeder nimmt sich die Zeit und den Raum, die es braucht.

Macht Mitmachen Sinn?
In der Serie ist es Prinzip, dass nicht Dritte über MS reden, sondern MS-Betroffene selbst ihre Geschichte erzählen. Lassen wir hier eine MS-Betroffene über die gemachten Erfahrungen erzählen: «Ganz ehrlich? Irgendwie fällt es mir schwer, alles in Worte zu fassen. Die Reaktionen waren unglaublich! Und auch in mir hat es irgendwas ausgelöst. Ich habe nie ein grosses Geheimnis um die MS gemacht. Aber so auf dem Teller zu präsentieren, war doch ganz neu. Für mich ganz allgemein eine neue Erfahrung. Ich bin (oder war? ;-)) sonst eher zurückhaltend, teilweise schon schüchtern. Aber das Portrait hat irgendwas ausgelöst. Einen Drang danach, der ganzen Welt zu zeigen, was ich trotzdem noch kann. Und dass ich einfach an mich selbst glaube. Vielleicht mit meiner Einstellung anderen Mut schenken kann.»

Mitmachen einfach gemacht
Dem Portrait liegt ein Fragenkatalog zugrunde, der immer wieder aufgefrischt wird (deshalb die Jahreszahlen, zum Beispiel «Gesichter der MS 2022»), um für Portraitierte und Lesende spannend und am Zeitgeschehen zu bleiben. Die Fragen geben einen Rahmen vor und damit auch Unterstützung, Halt und Struktur, gerade auch für die Menschen, die sich mit dem freien Schreiben schwer tun würden. Fragen, die nicht beantwortet werden möchten oder können, werden einfach weggelassen. Der Text wird zusammen mit zwei oder drei aktuellen Fotos im Querformat eingereicht.  Das war’s schon. Aus Text und Bild entsteht immer erst ein Entwurf, den die oder der Portraitierte checken. Ohne explizites GO geht nichts live.  

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind und den Fragenkatalog unverbindlich anschauen möchten, freuen wir uns auf eine Mail mit dem Betreff «Gesichter der MS 2022» an redaktion@multiplesklerose.ch.

Sie erhalten danach den Fragebogen und können in aller Ruhe zuhause entscheiden, ob das etwas für Sie wäre. Als Inspiration finden Sie hier die Übersicht aller bisher erschienenen «Gesichter der MS».

Wir freuen uns auf viele Interessierte!

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