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Spastik und Schmerz

Treten Spastik und Schmerzen auf oder bleiben bestehen, ist es Zeit sich mit den Möglichkeiten einer Behandlung vertraut zu machen. Am 13. und 14. Juni 2015 konnten sich MS Betroffene in der «Berner Klinik Montana» vertieft mit diesen Symptomen auseinandersetzen und Aspekte verschiedener Therapieansätze kennen lernen.

Die Veranstaltung «Spastik und Schmerz» fand in enger Zusammenarbeit mit der «Berner Klinik Montana» in Crans Montana statt, einer der führenden MS-Rehabilitationskliniken der Schweiz. Ziel der Veranstaltung war es, MS Betroffene für frühzeitige und präventive Massnahmen zu sensibilisieren. Übernachtet wurde im Hotel «Bella Lui», das gerade ein Jubiläum und den Gewinn des 3. Ranges für «freundliches Personal» feierte. Aus diesen Gründen waren die Teilnehmenden zu einem festlichen Apéro eingeladen und beim Abendessen wurde zwischen den Gängen Jazzmusik gespielt.

Die Fachpersonen

Bei einem Begrüssungskaffe stellte Susanne Kägi, Bereichsleiterin Pflege- & Angehörigensupport und verantwortliche Leiterin seitens Schweiz. MS-Gesellschaft, die beiden Referierenden vor. Mit Dr. Claude Vaney, FMH Neurologie, Chefarzt Neurologie und Vizepräsident der Schweiz. MS-Gesellschaft, sowie Nina Forkel, CAS MS-Therapeutin (Physiotherapie), Leiterin Therapien und Mitglied der Fachgruppe Physiotherapie (FPMS), führten zwei ausgewiesene und erfahrene Fachpersonen durch die Inhalte. Zudem unterstützten punktuell Michela Zeiter (Physiotherapie) und Cécila Wannier (Hippotherapie) inklusive Pferdeteam.

Programm

Den ersten Überblick erhielten die Teilnehmenden wärend der Besichtigung der Klinik mit den verschiedenen Untersuchungszimmern und Therapieräumen, sowie den kurzen Erläuterungen darüber, welche Therapien eingesetzt werden und was diese bezwecken.

Das Programm während dieser zwei Tage war ausgeglichen und wechselte sich ab, zwischen theoretischen Ausführungen, praktischen Inputs und Zeiten für den gegenseitigen Austausch. Zudem wurden eingereichte Fragen integriert und es gab viele Möglichkeiten über gehörtes oder erlebtes zu diskutieren. Die Teilnehmenden hatten schnell einen guten gegenseitigen Kontakt geschaffen und nutzten die Nähe zu den Fachpersonen für individuelle Gespräche. Zur guten und inspirierenden Stimmung trugen zudem das perfekte Wetter, inklusive beeindruckendem Bergpanorama, während den Aktivitäten unter freiem Himmel bei, sowie die Klinik-Küche, die mit feinen Kreationen verwöhnte.

Die Erklärungen über die MS-spezifische Schmerz- und Spasikentstehung bildeten die Grundlage und halfen die Zusammenhänge der unterschiedlichen Behandlungsansätze zu verstehen. Ausführungen zur medikamentösen Behandlung, zu physiotherapeutischen Möglichkeiten, sowie weitere Ansätze wurden detailliert erläutert. In zwei Gruppen aufgeteilt, konnten alle ausprobieren, wie sich Hippo- und Wassertherapie, Fitness- und Hometraining oder eine bestimmte Entspannungsübung anfühlen. Gemeinsam wurden die Erfahrungen zusammengetragen und ausgewertet. Es zeigte sich, dass bei Auftreten von Spastik und Schmerzen eine frühzeitige Therapie sinnvoll ist und diese Symptome so positiv beeinflusst werden können. Ausserdem wurde deutlich, dass Behandlung, Therapie und Ziel für jeden Einzelnen sehr individuell sein können. Die zu erfüllenden Bedingungen, damit die Krankenkasse anfallende Therapiekosten übernimmt, gehörte zu den weiterführenden Erklärungen. Mit einem Applaus, vielen positiven Rückmeldungen und zufriedenen Gesichtern, wurde die Veranstaltung beendet.

Erkenntnisse und Erlebtes

Die Teilnehmenden haben viele Erkenntnisse gewonnen und so sprechen folgende Aussagen für sich: «Wasser in der richtigen Temperatur tut mir gut und hat mich richtig entspannt», «meine Spastik hat sich gelöst, ich konnte danach ohne Anstrengung gerade sitzen», «es ist besser, wenn ich mehr Streckübungen mache», «das Gehörte und der Austausch mit anderen hat mir gezeigt, dass ich mit meine Symptome nicht einbilde».

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