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Neues Medikament: Ocrevus® (Ocrelizumab)

Ocrevus® wird zur Behandlung sowohl für die aktive schubförmige MS als auch für die primär progrediente Verlaufsform angewendet. Behandlungsziel ist es, die Krankheitsaktivität und das Fortschreiten der Behinderung zu reduzieren.

Im Gegensatz zur schubförmigen MS bestand bis vor kurzem noch keine Möglichkeit, Betroffene mit primär progredienter MS eine Therapie anzubieten, die den Krankheitsverlauf längerfristig beeinflusst. Mit der Zulassung von Ocrelizumab (Handelsname «Ocrevus®») steht nun eine solche Therapiemöglichkeit zur Verfügung.

Der Wirkstoff Ocrelizumab verändert die Immunreaktion durch Zerstörung bestimmter weisser Blutkörperchen, die massgeblich an der Schädigung des Zentralen Nervensystems bei MS beteiligt sind. Ocrevus® wird nach zweimaliger Anfangsdosierung als Infusion alle 6 Monate verabreicht. Die Infusionen sollten unter engmaschiger Aufsicht von erfahrenem medizinischem Fachpersonal verabreicht werden. Nebenwirkungen können Infektionen der oberen Atemwege, infusionsbedingte Reaktionen und eine reduzierte Immunabwehr sein. Aufgrund der Neuheit der Therapie lassen sich Langzeitsicherheit und -wirkung noch nicht abschliessend beurteilen.

Aktuell werden die Kosten von Ocrevus® in der Grundversicherung nicht gedeckt, da die Zulassung durch das Bundesamt für Gesundheit noch fehlt. Bei der Verordnung durch den behandelnden Neurologen muss der Arzt zwingend ein Kostengutsprachegesuch einreichen. Die Krankenkasse wird die Kostenübernahme prüfen.

Das neue MS-Infoblatt gibt Ihnen spezifische und weiterführende Informationen zu Ocrevus®, weitere Information werden folgen.