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«Kognitive Symptome»

Am Samstag, 14. März 2015 führten drei Referenten die Teilnehmenden der Veranstaltung zum Thema «Kognitive Symptome» auf eine spannende Reise durch die Gehirnfunktionen bis hin zum «Gehirnjogging». Die ausgebuchte Veranstaltung fand in den Lokalitäten der Schweiz. MS-Gesellschaft in Zürich statt.

Kognition heisst «denken können». Dr. phil. Sarah D. Broicher, Neuropsychologin, Universitätsspital Zürich (USZ) zeigte auf, wie komplex das Gedächtnis funktioniert.

Im Alltag brauchen wir verschiedene Gehirnfunktionen, die in unterschiedlichen Arealen im Gehirn angesiedelt sind: das Speichern von Weltwissen (Fakten aus Beruf und Politik), das Sprachverständnis oder das Erinnern an eine zeitliche Abfolge von Begebenheiten. Mit verschiedenen Testverfahren können kognitive Probleme, auch Stärken und Ressourcen, erfasst werden.

Frau Olivia Geisseler, MSc, Neuropsychologin, USZ erläuterte, wie eine kognitive Dysfunktion, im speziellen bei MS-Betroffenen, entstehen kann. Wer Schwierigkeiten mit Denken hat, kann Probleme am Arbeitsplatz bekommen und zieht sich aus dem Sozialleben zurück. Medikamente, die einer an Demenz erkrankten Person helfen, zeigen bei MS-Betroffenen oftmals keine Wirkung. Kognitive Schwierigkeiten lassen sich zwar nicht gänzlich abwenden, aber präventiv hilft, sich nach Möglichkeit geistig und körperlich fit zu halten!

Dr. phil. Tobias Pflughaupt, leitender Neuropsychologe am Luzerner Kantonsspital, führte die Teilnehmenden durch praktische Gedächtnisübungen. Er las den Teilnehmern dreimal zwölf Worte vor, die es sich zu merken galt.

Der «durchschnittliche» Mensch erinnert sich an sieben. Die entspannte und respektvolle Atmosphäre erlaubte den Teilnehmenden ihre Resultate preiszugeben. Wir lagen als Gruppe voll im Durchschnitt!Dr. Pflughaupt stellte anschliessend verschiedene Memotechniken vor. Bei der Geschichtentechnik werden unverbundene Informationen zu einer Geschichte verknüpft. Hilfreich kann auch sein, sich Worte in Bildern zu merken.

Je aussergewöhnlicher und origineller die Bilder, umso einprägsamer sind sie. Bei den meisten Teilnehmenden nahm die Merkfähigkeit durch Visualisierung erheblich zu.

«Jeder Mensch hat Momente, in denen er ein Wort nicht abrufen kann. Das ist kein Grund zur Scham, sondern mutig das Ding umschreiben», ergänzt Dr. Pflughaupt, «dann fällt einem das passende Wort oftmals von selbst wieder ein!»Einerseits sorgten die interessanten Fragestellungen der Teilnehmenden für eine interaktive und angeregte Stimmung, andererseits gaben die wertvollen Begegnungen während den Pausen diesem Tag die ganz persönliche Note. Es war ein sichtlich gelungener Anlass!

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