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«Das Fun Weekend war mega!»

Zum ersten Mal lud die MS-Gesellschaft Jugendliche aus Familien mit einem MS-betroffenen Elternteil zum Fun Weekend in den Europapark. Der Mix aus Spass und Austausch begeisterte die jungen Leute.

Zum ersten Mal lud die MS-Gesellschaft Jugendliche aus Familien mit einem MS-betroffenen Elternteil zum Fun Weekend in den Europapark. Der Mix aus Spass und Austausch begeisterte die jungen Leute.

«Es tat gut, sich mit Gleichaltrigen austauschen zu können, die wissen, wovon man spricht.» Diesen Satz hörte man von allen zwölf Teilnehmenden des Fun Weekends mindestens einmal im Verlauf des Wochenendes. Dass ihre Mutter oder ihr Vater von MS betroffen ist, war der gemeinsame Nenner der zehn jungen Frauen und zwei jungen Männer, die sich am Samstag, 12. September am Bahnhof Basel trafen, um gemeinsam nach Rust zu reisen. Begleitet wurden sie von Nadine Fritschi, Mitarbeiterin Kongress- & Veranstaltungsmanagement bei der MS-Gesellschaft, und deren Bruder Pascal.

Silver Star oder Blue Fire?

Weil alle wussten, dass die Mitreisenden Schicksalsgenossen sind, entspann sich schon auf der rund einstündigen Carfahrt von Basel nach Rust ein angeregtes Gespräch. «Wer ist bei dir betroffen?», «Wann hat deine Mutter bzw. dein Vater die Diagnose erhalten?», «Wie wirkt sich die MS bei dir zuhause aus?» Bei ihrer Ankunft in Rust hatte sich die Gruppe bereits zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengeschweisst, die sich extrem auf die bevorstehende Abwechslung vom Alltag freute. Schnell deponierten sie ihr Gepäck im Camp Resort, wo sie übernachten würden, und eroberten dann gruppenweise den Europapark. In den folgenden Stunden war MS kein Thema mehr. Unbeschwert und abenteuerlustig wagten sich die 16- bis 18-Jährigen auf immer schwindelerregendere Bahnen, stürzten sich mit rasantem Tempo in die Tiefe und diskutierten, ob die Silver Star oder die Blue Fire Achterbahn den grösseren Adrenalinschub bietet.

«Ich bin nicht die einzige»

Während der gewohnt langen Anstehzeiten im Europapark plauderten die jungen Leute unablässig miteinander – als ob sie sich schon ewig kennen würden. «Ich fühlte mich sehr wohl mit den anderen», bestätigt die 16-jährige Melissa, «weil ich wusste, dass ich hier nicht die einzige bin, deren Mutter oder Vater MS hat.» Der 16-jährige Dominik hakt nach: «In meinem Umfeld hat niemand ein Familienmitglied mit MS. Wenn man die Krankheit nicht kennt, kann man sich auch nicht vorstellen, welche Auswirkungen sie auf die anderen Familienmitglieder hat. Menschen mit MS können nun mal nicht so viel Stress aushalten wie Gesunde. Da ist es für mich selbstverständlich, dass ich Rücksicht nehme.» Dominik’s Aussage trifft es auf den Punkt, weshalb die MS-Gesellschaft mit dem Kindercamp und neu mit dem Fun Weekend auch für junge Angehörige altersgemässe Angebote zur Verfügung stellt. Kinder und Jugendliche in betroffenen Familien müssen oft früh Verantwortung übernehmen, zurückstecken und können meistens weniger lang «Kind sein» wie ihre Altersgenossen. Mit dem Kindercamp und dem Fun Weekend bietet ihnen die MS-Gesellschaft eine unbeschwerte Zeit mit Gleichalterigen in ähnlichen Lebenssituationen.

Ein super Mix

Nach dem Abendessen im Camp Resort gingen alle zusammen ins Kino und verabredeten sich vor dem Zubettgehen – geschlafen wurde in Tipis und Planwagen – gleich für den nächsten Morgen. Mit ziemlich kleinen Augen, aber pünktlich, machten sie sich auch am zweiten Tag gemeinsam auf, um sich im Europapark zu vergnügen, bevor sie um 15.30 Uhr die Heimreise antraten. Vorher hatten sie noch ihre Telefonnummern ausgetauscht, um weiterhin in Kontakt zu bleiben. Vom Fun Weekend waren ausnahmslos alle hellauf begeistert. Der 18-jährige Benjamin, den seine MS-betroffene Mutter als Überraschung ans Fun Weekend angemeldet hatte, war mit gemischten Gefühlen angereist, wurde aber freudig überrascht: «Wir konnten uns austauschen und zusammen viel Spass haben. Dieser Mix war super.»

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