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Schwierige Gefühle

Störungen der Befindlichkeit, der Stimmungslage und des Gefühlshaushaltes bei MS nennt man affektive Störungen. Sie haben Auswirkungen auf das Selbsterleben, aber auch auf das Handeln und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie können kurz oder lange anhalten, leicht oder schwerer ausgeprägt sein.

Die häufigsten Störungen sind:

  • Depression (verschiedene Formen)
  • Angststörungen
  • starke Trauerreaktionen oder schnelle Stimmungsumschwünge



Neben äusseren Faktoren können Entzündungsherde im Gehirn, welche indirekt den Hirnstoffwechsel beeinflussen, affektive Störungen verstärken oder gar auslösen.

Soweit wir wissen, sind diese psychischen Störungen Folge und Begleiterscheinung der MS-Erkrankung, nicht aber deren Ursache. Menschen, die schon vor der Erkrankung an einer psychischen Störung gelitten haben, weisen auch unter MS ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer psychischen Störung auf.

Affektive Störungen können auch eine "normale" Reaktion auf die MS sein: Betroffene leiden häufig unter Zukunftsängsten oder trauern um verlorene Fähigkeiten. Diese Reaktionen können das Ausmass einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung annehmen.

Eine fachgerechte Behandlung der affektiven Störungen ist wichtig. Dazu gehören gründliche Information, psychologische Beratung oder Psychotherapie und verschiedene Selbsthilfeaktivitäten (Selbsthilfegruppen, Internetforen etc.). Bewährt hat sich bei schwereren, andauernden Problemen die Kombination von Psychotherapie und Medikamenten (z.B. Antidepressiva).

Auch die Angehörigen sind von den affektiven Störungen betroffen. Paar- oder Familiengespräche sind hier hilfreich.