Kognitive Teilleistungsstörungen können bei MS häufig auftreten. Manchmal sind sie diskret, teilweise haben sie aber auch grosse Auswirkung auf die alltäglichen Verrichtungen. Besonders häufig betroffen sind das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit, die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung und die Fähigkeit, Probleme zu lösen.
Eine neuropsychologische Therapie und Rehabilitation setzt eine fachgerechte Analyse und Diagnostik voraus. Ein individuelles, auf den Alltag ausgerichtetes Trainings- und Therapieprogramm wird darauf aufgebaut.
Der Kerngedanke ist, auf gesunden, d.h. noch funktionsfähigen Hirnleistungen aufzubauen. Häufig können so Schädigungen und Einschränkungen (z.B. des Gedächtnisses) kompensiert werden, also über Umwege (andere Hirnstrukturen) teilweise wettgemacht werden.
Spezifische Störungen werden mit wiederholten, strukturierten Übungsaufgaben behandelt, entweder mit Papier und Bleistift oder am Computer.
Nötig und wichtig ist in jedem Fall, das Training möglichst auf reale Alltagssituationen auszurichten. Eine enge Zusammenarbeit mit der Ergotherapie, der Physiotherapie und einer psychologischen Therapie ist unerlässlich. Diese starke Vernetzung ist in einer stationären Rehabilitation besonders gut gewährleistet.
Sind kognitiven Störungen bereits früh in der Erkrankung oder unabhängig von Schüben stetig vorhanden, dann sind die Erfolge der neuropsychologischen Trainingsmethoden eher begrenzt.
Eine neuropsychologische Rehabilitation setzt in jedem Fall eine fachärztlich gestützte Zielformulierung und Empfehlung voraus.
Wenden Sie sich an Ihre Neurologin oder Ihren Neurologen oder an unser Fachteam der Infoline.