MS ist kein Grund, auf Kinder zu verzichten. Medizinisch gesehen spricht nichts gegen eine Schwangerschaft, aber am besten erfolgt sie in einer stabilen Phase der MS.
Machen Sie sich im Voraus Gedanken dazu, wer das Kind versorgt, falls die Erkrankung verstärkt aktiv ist oder sich weiter verschlechtert.
Sprechen Sie mit Ihrer Familie, mit Ihren Angehörigen und weiteren Bezugspersonen über mögliche Unterstützung.
Schwangerschaft bei MS
- Während der Schwangerschaft sind Schübe in der Regel deutlich seltener, vor allem im letzten Drittel.
- Bei 20- 40% der Frauen ist die Schubrate nach der Geburt höher.
- Der Langzeitverlauf der MS wird durch eine Schwangerschaft nicht negativ beeinflusst.
- Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit verlaufen bei MS-Betroffenen genau gleich wie bei gesunden Personen.
- MS-Betroffene können ihr Kind auf natürlichem Weg oder mit Kaiserschnitt zur Welt bringen.
- Eine Vollnarkose oder lokale Narkose über das Rückenmark (Spinalanästhesie) wird in der Regel gut vertragen und hat keine nachteilige Wirkung auf die MS.
Vorsicht mit MS-Medikamenten
Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind.
Ist eine Schwangerschaft geplant, dann sollten Sie in Absprache mit Ihrer Ärztin eine Behandlung mit Beta-Interferonen (Avonex®, Betaferon®, Rebif®) oder Glatirameracetat (Copaxone®) vorzeitig absetzen.
Tritt eine Schwangerschaft ungeplant ein, empfehlen wir Beta-Interferone und Glatiramerazetat sofort abzusetzen. Unter Beta-Interferonen sind eine etwas erhöhte Fehlgeburtrate und in Einzelfällen auch Fehlbildungen beobachtet worden. Es gibt aber zu wenig Untersuchungen, die die Risiken genau erfassen.
Verzichten Sie in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten und während der Stillzeit möglichst auf Kortison.
Nach der Geburt können Intravenös verabreichte Immunglobuline (IVIGs) laut gewissen Studien eine Erhöhung der Schubrate verhindern. Dafür gibt es bisher aber keine einheitlichen Therapieempfehlungen.


