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Die häufigsten Fragen zu MS

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Antwort auf/zuklappen Wer bezahlt den Lohn bei Arbeitsunfähigkeit?

Bei Ausfall oder Reduktion des Erwerbseinkommens kommen je nach Ursache eine oder mehrere Versicherungen für die Lohnfortzahlung auf.
Zuerst kommt bei kurzer oder längerfristiger, teilzeitlicher oder 100%iger Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitsreduktion die Krankentaggeld-Versicherung zum Zug. Diese ist keine obligatorische Versicherung, so kann es auch sein, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen bei Arbeitsunfähigkeit die Lohnfortzahlung gemäss Obligationenrecht bezahlen muss.

Antwort auf/zuklappen Muss ich meinem Arbeitgeber die MS-Diagnose mitteilen?

Beim bestehenden Arbeitsverhältnis besteht keine gesetzliche Mitteilungspflicht. Es ist jedoch wichtig zu überlegen, wann und wem im Betrieb die Diagnose mitgeteilt werden sollte. Zu Bedenken gilt, dass das Vertrauen, die Kollegialität oder die Arbeitsplatzgestaltung eine wichtige Rolle spielen im Arbeitsverhältnis.
Einem zukünftigen Arbeitgeber muss alles, was auf die Ausübung der Stelle Einfluss hat, mitgeteilt werden.

Antwort auf/zuklappen Wie wirken sich Überforderung und Stress auf die MS aus?

Ein Zusammenhang zwischen Stress und MS ist Gegenstand intensiver Forschung. Die Ergebnisse sind noch unklar und zum Teil widersprüchlich.
Während kurzfristiger psychischer Stress in der Regel keinen negativen Auswirkungen auf eine MS hat, können Schübe durch chronische Stressfaktoren beeinflusst werden.
Zu chronischen Stressfaktoren gehören z.B. zwischenmenschliche, familiäre oder ausserfamiliäre Konflikte, unverarbeitete Verlusterlebnisse, allgemeine Ängste und depressive Episoden. Auch die schlechte soziale Integration und eine ungünstige Arbeitssituation.

Antwort auf/zuklappen Kann Stress eine MS verursachen?

Nein. Es gibt bislang keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die diese Aussage bestätigen. Allerdings scheint klar, dass gerade unter anderem chronischer Stress das Immunsystem schädigen kann. Es ist jedoch bis heute nicht bekannt, was die Ursache für die MS-Erkrankung ist.

Antwort auf/zuklappen Muss ich bei MS eine Diät befolgen?

Nein. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine Diät, die das Fortschreiten der MS verhindern oder die Krankheit heilen kann. Allerdings fördert eine aussgewogene Ernährung die allgemeine Gesundheit und trägt somit gerade bei MS-Betroffenen zu körperlichen Wohlbefinden und zur Verhinderung von Sekundärerkrankungen bei.

So gibt es Hinweise, dass eine Ernährungsweise mit viel ungesättigten Fetten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rheuma einen positiven Einfluss auf  Immunsystem hat. Ausgewogene Kost mit wenig tierischem Fett, dafür viel Fisch, Gemüsen und Früchten, ist für Menschen mit und ohne MS empfehlenswert. Viel Flüssigkeit und Ballaststoffe sind auch besonders bei mangelnder Bewegung wichtig, z.B. für Rollstuhl-Fahrer.

Antwort auf/zuklappen Komplementärmedizinische Behandlung der MS - was weiss man?

Es gibt zahlreiche Methoden aus der Komplementärmedizin, die auch bei MS eingesetzt werden. Bisher fehlt aber der wissenschaftliche Nachweis, dass diese Therapien den Krankheitsverlauf bremsen.

Für einzelne Symptome und in Begleitung einer schulmedizinischen Betreuung kann die Komplementärmedizin viel bieten. Betroffene haben die schwierige Aufgabe, für sich die richtige Therapie zu finden und sollten dabei stets auf die Kosten achten.

In der Dokumentationsstelle der MS-Gesellschaft erhalten Sie Literatur zu diversen Therapien.

Antwort auf/zuklappen Kann ich mich impfen lassen trotz MS?

Bei MS können Impfungen bis auf eine Ausnahme (Kinderlähmung mit Lebendimpfstoff ) erfolgen. Tetanus, Röteln, Hepatitis B und Grippeschutzimpfung kann geimpft werden, eine Schubauslösung durch die Impfungen konnte nicht nachgewiesen werden. Andere Impfungen sollten nur bei Bedarf erfolgen und vorzugsweise in einer stabilen Krankheitsphase ausserhalb eines Schubes.

Antwort auf/zuklappen MS und Kinderwunsch - muss ich etwas beachten?

Eine Multiple Sklerose ist kein Grund, auf Kinder zu verzichten. Medizinisch gesehen spricht nichts gegen eine Schwangerschaft und Geburt bei MS.

Am besten ist es, wenn die Schwangerschaft in einer ruhigen Phase der Erkrankung stattfindet und einer stabilen Partnerschaft entspringt. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Medikamente vorher abgesetzt werden müssen.

Antwort auf/zuklappen Wie verläuft eine Multiple Sklerose?

Die MS verläuft bei jedem Menschen anders. Die häufigste Verlaufsform bei etwas mehr als jedem zweiten MS-Betroffenen ist anfangs schubförmig und kann später in eine chronisch-fortschreitende Form übergehen.

Schübe sind aktive Entzündungsphasen des zentralen Nervensystems, welche die Erregungsleitung der betroffenen Nervenfasern stören. Nach dem Abklingen der Entzündungen bilden sich die Symptome vollständig oder teilweise wieder zurück.

Antwort auf/zuklappen Bedeutet Multiple Sklerose ein Leben im Rollstuhl?

Nein, nahezu die Hälfte der MS-Patienten kann auf lange Sicht mit einem günstigen Verlauf ohne schwerwiegende Beeinträchtigungen rechnen.

Nur weniger als die Hälfte der Betroffenen benötigt im Verlauf der Krankheit einen Rollstuhl, und dies nicht permanent. Bei starken Gehbehinderungen kann der Rollstuhl auch positiv sein, indem er eine grössere Bewegungsfreiheit sicherstellt und damit eine bessere teilnahme am Sozialleben ermöglicht.

Antwort auf/zuklappen Ist MS heilbar?

Nein, leider gibt es bisher keine ursächliche Therapie, die MS heilen kann. Es gibt jedoch Medikamente, die das Immunsystem in Schach halten, die MS abmildern und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. MS ist also nicht heilbar – aber behandelbar!

Antwort auf/zuklappen Ist Multiple Sklerose erblich?

Die MS ist keine Erbkrankheit. Eine gewisse genetisch bedingte Veranlagung für MS spielt jedoch mit, da MS in Familien gehäuft auftritt. 

Rechnerisch haben Kinder und Nicht-Zwillingsgeschwister von MS-Betroffenen ein höheres MS-Risiko als die Normalbevölkerung (bis zum 20-fachen). Mit 2 bis 4 % ist es aber relativ gering, so dass die Diagnose an sich kein Grund ist, auf Nachwuchs zu verzichten. Das Risiko, eine MS an die leiblichen Kinder zu vererben, ist zwar somit geringfügig erhöht, dies steht jedoch keinesfalls in vergleichbarem Ausmass zu typischen Erbkrankheiten! Kinder und Geschwister von MS-Betroffenen haben rechnerisch über 95% Chance, KEINE MS zu entwickeln. Weder für nicht blutsverwandte Ehepartner noch für Adoptivkinder fand sich bisher ein erhöhtes MS-Risiko. Somit besteht eine gewisse familiäre Veranlagung. Aber ein definierter Erbmodus, unabhängig von externen Einflussfaktoren, konnte bisher nicht bewiesen werden.

Antwort auf/zuklappen Was sind die häufigsten Beschwerden zu Beginn einer Multiplen Sklerose?

Das ist von Patient zu Patient sehr verschieden. Zu den häufigen Erstsymptomen einer MS gehören: Gefühlsstörungen in Armen oder Beinen, Gang- und Gleichgewichtsstörungen, Sehminderung eines Auges, Doppelbilder, Kraftlosigkeit.

Jedes der genannten Symptome kann auch durch andere Krankheiten entstehen. Deshalb ist eine gründliche neurologische Fachuntersuchung wichtig, um andere erkrankungen auszuschliessen, die ähnliche Symptome wie eine MS verursachen.

Antwort auf/zuklappen Ist Multiple Sklerose ansteckend?

Nein, eine Multiple Sklerose ist nicht ansteckend.

Es besteht keinerlei Grund zur Besorgnis im Umgang mit MS-Erkrankten. Eltern müssen sich auch um Ihre Kinder keine Sorgen machen, wenn diese mit Familien Kontakt haben, in der jemand MS hat.