Das Medikament Ampyra® hat in diesen Tagen die Zulassung für die USA erhalten. Ampyra® soll die Gehfähigkeit von MS-Betroffenen verbessern und ist für alle Formen der MS vorgesehen.
Der in der Tablette vorhandene Wirkstoff Fampridin blockiert kleinste Poren (so genannte Kaliumkanäle) auf den Nervenhüllen. Dadurch wird die Signalleitung, die bei MS durch die Zerstörung der Nervenhüllen reduziert ist, wieder verbessert. Das Medikament soll bei einem Teil der MS Betroffenen die Geschwindigkeit beim Gehen und die Kraft in den Beinen erhöhen.
Zu den (seltenen) Nebenwirkungen zählen unter anderem Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Verdauungsbeschwerden. In zu hoher Dosis eingenommen, kann das Medikament gar Anfälle hervorrufen. Menschen mit Niereninsuffizienz dürfen Ampyra® daher nicht einnehmen aufgrund der Gefahr, dass sich der Wirkstoff in zu hoher Konzentration im Blut ansammeln würde.
Rund zwei Drittel aller Menschen mit MS haben im Verlauf der Krankheit Schwierigkeiten beim Gehen, wobei dies für viele Betroffene ein äusserst schwieriges und belastendes Symptom ist. Man erhofft sich von dem Medikament, dass es MS-Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgeben kann. In Studien zeigte Ampyra® bei bis zu 40% der Teilnehmenden eine positive Wirkung. Die Zulassung für den europäischen Markt wird derzeit geprüft.
Redaktion: Schweiz. MS-Gesellschaft, 4.2.2010