Die Behandlung muss individuell auf die betroffene Person abgestimmt sein. Sie setzt sich aus verschiedenen Therapieformen zusammen:
Die Schubbehandlung erfolgt mit Kortison in der akuten Entzündungsphase. Ziel der Schubbehandlung ist, die Entzündungsreaktion im Zentralnervensystem abzu-mildern.
Die Verlaufs- oder Langzeittherapie erfolgt mit Medikamenten, welche das Immunsystem beeinflussen und dadurch den Krankheitsverlauf mildern.
Die Medikamente zur Langzeittherapie werden in Form von Spritzen oder Kapseln verabreicht. Als erste orale Therapie in Form einer Kapsel wurde 2011 Fingolimod für die Behandlung der schubförmigen Multiple Sklerose zugelassen.
Die Symptombehandlung richtet sich individuell nach den aktuell vorliegenden Symptomen. Bei Bedarf werden Fachpersonen anderer medizinischer Gebiete hinzugezogen.
Insbesondere sollten etwa Störungen des Harnblasen- und Mastdarmsystems durch eine urologische Mitbeurteilung behandelt werden. Kognitive Störungen sollten neuropsychologisch überprüft und spezifisch behandelt werden (z.B. durch neurokognitives Training). Wichtig ist auch eine frühzeitige psychologische oder psychiatrische Behandlung depressiven oder euphorischen Veränderungen, die im Krankheitsverlauf auftreten können.
Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie sind ein wichtiger Teil der interdisziplinären Behandlung und sollten frühzeitig in das Behandlungskonzept integriert werden.
Eine soziale Beratung gehört ebenfalls zu einem ganzheitlichen Management der Erkrankung. Diese klärt z.B. Fragen zu Beruf und Berentung oder Versicherungs- und Steuerfragen.
Alle schulmedizinisch anerkannten, ambulanten und stationären Therapien sind im Leistungskatalog der Grundversicherung der Krankenkassen enthalten. Zur festgelegten Franchise (mind. CHF 300) müssen vom Versicherten 10% Selbstbehalt auf alle Leistungen bis maximal CHF 700 pro Jahr übernommen werden.